
Dezentrale Beschaffung von Drucksachen erzeugt enorme, oft unsichtbare Prozesskosten, die weit über den reinen Druckpreis hinausgehen.
- Ein Web-to-Print-Portal zentralisiert nicht nur Bestellungen, sondern eliminiert unproduktive Arbeitszeit, Design-Risiken und teure Fehldrucke.
- Der Erfolg hängt von der strategischen Wahl des Systems (Closed vs. Open Shop) und einer exzellenten User Experience ab, um die Akzeptanz der Mitarbeiter zu sichern.
Empfehlung: Analysieren Sie Ihre aktuellen, indirekten Prozesskosten (Arbeitszeit für Gestaltung, Korrekturen, Bestellabwicklung), um den ROI eines Portals präzise zu kalkulieren und als strategisches Steuerungsinstrument zu positionieren.
Kennen Sie das? Eine Ihrer Filialen startet eine lokale Werbeaktion und schickt Ihnen den selbst gestalteten Flyer zur Freigabe. Das Logo ist verzerrt, die Schriftart falsch und die Unternehmensfarben nur grob getroffen. Dieses Szenario ist für Marketing- und Einkaufsleiter in Unternehmen mit dezentralen Strukturen – ob Filialen, Niederlassungen oder Franchisenehmer – ein wiederkehrender Albtraum. Es ist nicht nur ein Angriff auf die mühsam aufgebaute Markenidentität, sondern auch ein Symptom für ein viel tiefer liegendes Problem: unkontrollierte und ineffiziente Beschaffungsprozesse.
Die üblichen Lösungsversuche, wie das Versenden von CI-Manuals als PDF oder die Bereitstellung von Logo-Dateien in einem Cloud-Ordner, scheitern oft an der Praxis. Sie verhindern nicht die Entstehung einer marketingrelevanten „Schatten-IT“, bei der Mitarbeiter mit ungeeigneten Werkzeugen wie Word oder PowerPoint versuchen, professionelle Kommunikationsmittel zu erstellen. Dies führt zu einem Rattenschwanz an versteckten Kosten: die Arbeitszeit des Filialleiters, die Korrekturschleifen im Marketing, die verzögerten Kampagnenstarts und im schlimmsten Fall sogar rechtliche Risiken durch die Verwendung nicht lizenzierter Bilder.
Doch was, wenn die wahre Lösung nicht in besseren Anleitungen, sondern in einem besseren System liegt? Wenn die eigentliche Aufgabe nicht darin besteht, die Symptome zu bekämpfen, sondern die Ursache zu beseitigen? Ein Web-to-Print-Portal ist weit mehr als nur ein Online-Shop für Visitenkarten. Es ist ein strategisches Steuerungsinstrument, das Ihnen die Kontrolle über den gesamten Prozess der Marketing-Beschaffung zurückgibt. Es deckt indirekte Kosten auf, eliminiert sie systematisch und setzt wertvolle Ressourcen für Kernaufgaben frei. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie dieses Instrument gezielt einsetzen, um Ihre Prozesskosten signifikant zu senken und das Beschaffungs-Chaos endgültig zu beenden.
Um die Potenziale und Fallstricke bei der Einführung eines solchen Systems vollständig zu verstehen, beleuchten wir in diesem Artikel die entscheidenden Aspekte. Von der Analyse der versteckten Kosten über die Gestaltung eines benutzerfreundlichen Portals bis hin zur nahtlosen Integration in Ihre bestehende IT-Landschaft erhalten Sie einen umfassenden Leitfaden.
Inhaltsverzeichnis: Wie Sie mit Web-to-Print die Kontrolle über Ihre Beschaffungskosten zurückgewinnen
- Warum Filialleiter keine eigenen Flyer in Word basteln sollten
- Wie Sie ein Portal aufsetzen, das Franchisenehmer intuitiv bedienen können
- Public Shop oder Intranet-Lösung: Was braucht Ihre Organisation?
- Der UX-Fehler, der dazu führt, dass Mitarbeiter doch wieder per E-Mail bestellen
- Wann Sie Budgetlimits pro Nutzer hinterlegen müssen, um Ausgaben zu kontrollieren
- Wie Sie einen Styleguide erstellen, den Nicht-Designer tatsächlich verstehen und nutzen
- Digital oder Offset: Was lohnt sich für 500 Briefbögen in Pantone-Farben?
- Wie integrieren Sie Ihr CRM nahtlos in die Marketing-Landschaft?
Warum Filialleiter keine eigenen Flyer in Word basteln sollten
Der Gedanke, dass ein Filialleiter wertvolle Zeit darauf verwendet, in Microsoft Word einen Flyer zu entwerfen, mag zunächst nur ein ästhetisches Problem zu sein scheinen. Doch aus wirtschaftlicher Sicht ist es ein teures Unterfangen mit weitreichenden Folgen. Die wahren Kosten liegen nicht im Druck, sondern in den unsichtbaren Prozessen. Jede Minute, die ein Mitarbeiter ohne Design-Kenntnisse mit der Positionierung von Textboxen oder der Suche nach dem korrekten Logo verbringt, ist eine Minute, in der er sich nicht um seine Kernaufgaben wie Verkauf oder Kundenberatung kümmert. Dies sind reale Opportunitätskosten, die sich schnell summieren.
Darüber hinaus erzeugt dieser dezentrale Wildwuchs direkte finanzielle Risiken. Die Verwendung von nicht lizenzierten Bildern aus dem Internet kann zu teuren Abmahnungen führen. Falsch dargestellte Preise oder Angebote erfordern kostspielige Korrekturen und Neudrucke. Die Summe dieser Faktoren führt zu einer massiven Ineffizienz. Eine professionelle Zentralisierung durch ein Web-to-Print-System ist hier der entscheidende Hebel. Studien zeigen, dass Unternehmen durch gemanagte und standardisierte Druckdienstleistungen ihre Kosten signifikant senken können. Laut einer Gartner-Studie können Unternehmen durch professionelle Print-Services zwischen 10 und 30 Prozent der damit verbundenen Kosten einsparen.
Ein mittelständisches Unternehmen, das ein internes Print-on-Demand-System implementierte, konnte beispielsweise nicht nur die Logistikkosten eliminieren, sondern durch die bedarfsgerechte Produktion auch die Kapitalbindung durch hohe Lagerbestände und unnötige Abfälle vermeiden. Die Zentralisierung über ein Portal wandelt versteckte Prozesskosten in messbare Einsparungen um und schützt gleichzeitig die Integrität der Marke.
Indem Sie die Gestaltungshoheit wieder in eine kontrollierte Umgebung verlagern, sichern Sie nicht nur das Corporate Design, sondern implementieren einen wirtschaftlich sinnvollen und risikoarmen Beschaffungsprozess.
Wie Sie ein Portal aufsetzen, das Franchisenehmer intuitiv bedienen können
Die beste Technologie ist nutzlos, wenn sie nicht angenommen wird. Ein Web-to-Print-Portal für Franchisenehmer oder Filialleiter muss daher vor allem eines sein: extrem einfach und intuitiv zu bedienen. Das Ziel ist es, den Bestellprozess so reibungslos zu gestalten, dass niemand auf die Idee kommt, zum Telefonhörer oder zur E-Mail zu greifen. Der Schlüssel hierfür liegt in einem durchdachten Onboarding und einer Benutzeroberfläche, die den Nutzer an die Hand nimmt und sicher durch den Prozess führt.
Vergessen Sie seitenlange Handbücher. Ein modernes Portal lebt von visueller Führung und kontextueller Hilfe. Statt den Nutzer mit hunderten von Vorlagen zu überfordern, sollte sein Dashboard personalisiert sein und ihm nur die 5-10 wichtigsten und für seinen Standort relevantesten Produkte anzeigen. Die Bearbeitung einer Visitenkarte oder eines Flyers sollte sich wie das Ausfüllen eines einfachen Formulars anfühlen: Der Nutzer gibt seine Daten in vordefinierte Felder ein, und das System generiert im Hintergrund automatisch eine druckfertige und CI-konforme Datei. Eine Live-Vorschau zeigt ihm dabei jederzeit das Endergebnis.

Wie das Bild andeutet, ist die intuitive Interaktion entscheidend. Die Benutzeroberfläche muss so gestaltet sein, dass sie ohne Einarbeitung verständlich ist. Komplexität muss unter der Haube verborgen bleiben. Dies schafft nicht nur eine hohe Akzeptanz, sondern minimiert auch den Support-Aufwand und stellt sicher, dass das Portal als das wahrgenommen wird, was es sein soll: eine echte Arbeitserleichterung und nicht eine weitere komplizierte Software.
Ihr Plan für ein erfolgreiches Onboarding von Portal-Nutzern
- Operations Manual digitalisieren: Stellen Sie ein „Business-in-a-Box“-Handbuch als zentrale, durchsuchbare Ressource direkt im Portal bereit.
- Knowledge Base aufbauen: Gliedern Sie komplexe Anleitungen in kurze, leicht verdauliche Schritt-für-Schritt-Artikel mit Screenshots oder kurzen Videos.
- E-Learning-Kurse erstellen: Entwickeln Sie nachverfolgbare Lernpfade für wichtige Themen wie Markenführung, Bestellprozesse und die Nutzung der Portal-Technologie.
- Automatisierte Prozesse einrichten: Implementieren Sie digitale Formulare (E-Forms) für Feedback, Support-Anfragen oder die Anforderung neuer Materialien, um die Kommunikation zu standardisieren.
- Personalisierte Onboarding-Seite gestalten: Richten Sie für neue Nutzer eine Startseite mit Widgets ein, die direkten Zugriff auf alle für sie essenziellen Ressourcen und ersten Schritte bietet.
Letztendlich entscheidet die User Experience darüber, ob Ihr Portal zu einem zentralen Werkzeug oder zu einer digitalen Wüste wird.
Public Shop oder Intranet-Lösung: Was braucht Ihre Organisation?
Die Entscheidung zwischen einem offenen „Public Shop“ und einer geschlossenen „Intranet-Lösung“ (Closed Shop) ist eine der fundamentalsten strategischen Weichenstellungen bei der Einführung eines Web-to-Print-Systems. Sie hängt direkt von Ihrer Organisationsstruktur, Ihren Sicherheitsanforderungen und Ihrer Zielgruppe ab. Ein führender deutscher Anbieter wie Lead-Print, mit über 360 Installationen in der DACH-Region, hat in 22 Jahren Erfahrung gezeigt, dass es hier keine Einheitslösung gibt. Die Wahl des richtigen Modells ist entscheidend für die Skalierbarkeit und Datensicherheit Ihrer Marketing-Beschaffung.
Ein Public Shop ist eine öffentlich zugängliche E-Commerce-Plattform. Dieses Modell eignet sich, wenn Sie sowohl interne Nutzer (Mitarbeiter, Filialen) als auch externe Partner oder sogar Endkunden (B2C) bedienen möchten. Die Zugänglichkeit ist hoch, was die Einbindung neuer Partner vereinfacht. Allerdings erfordert dies robuste Sicherheitsmassnahmen, da sensible Daten potenziell auf externen Servern liegen.
Die Intranet-Lösung oder der Closed Shop hingegen ist ein geschlossenes System, das nur für einen autorisierten Benutzerkreis zugänglich ist, oft integriert in das bestehende Firmennetzwerk via Single-Sign-On (SSO). Dieses Modell bietet maximale Kontrolle und Datensicherheit und ist ideal für Konzerne und Franchise-Systeme, die ausschliesslich interne Bedarfe decken wollen. Die Datenhoheit bleibt im Unternehmen, was die Einhaltung der DSGVO erleichtert. Die Skalierbarkeit ist hierbei auf die interne Struktur ausgerichtet.
Die folgende Matrix fasst die wichtigsten Entscheidungskriterien zusammen, um Ihnen die Wahl zu erleichtern.
| Kriterium | Public Shop (Open Shop) | Intranet-Lösung (Closed Shop) |
|---|---|---|
| Zugänglichkeit | Öffentlich über Internet | Nur für autorisierte Nutzer |
| Zielgruppe | B2B und B2C | Geschlossene Benutzergruppe (B2B) |
| Datensicherheit | Externe Datenhaltung | Interne Kontrolle, DSGVO-konform |
| Integration | Flexibel für neue Partner | SSO mit Firmennetzwerk möglich |
| Skalierbarkeit | Hoch, international erweiterbar | Begrenzt auf interne Struktur |
Letztlich muss die Systemarchitektur Ihrer Geschäftsstrategie dienen, nicht umgekehrt. Eine sorgfältige Analyse Ihrer aktuellen und zukünftigen Anforderungen ist daher unerlässlich.
Der UX-Fehler, der dazu führt, dass Mitarbeiter doch wieder per E-Mail bestellen
Sie haben ein teures Web-to-Print-Portal eingeführt, doch die Bestellungen landen weiterhin per E-Mail in Ihrem Posteingang. Woran liegt das? Die Ursache ist selten die technische Funktionalität, sondern fast immer ein grundlegender Fehler in der User Experience (UX), der zu „Adoptions-Reibung“ führt. Der häufigste Fehler ist ein Mangel an Transparenz im Freigabeprozess. Ein Mitarbeiter bestellt Visitenkarten, klickt auf „Absenden“ – und hört nie wieder etwas. Er weiss nicht, ob die Bestellung eingegangen ist, ob sie bearbeitet wird oder ob sie auf die Freigabe eines Vorgesetzten wartet. Diese Unsicherheit führt zu Frustration und dem Rückfall in alte Gewohnheiten: eine schnelle E-Mail an den bekannten Ansprechpartner, denn „da weiss ich, was passiert“.
Die finanzielle Auswirkung ist enorm: Studien zeigen, dass bis zu 80 Prozent der Franchise-Portale ohne ein strukturiertes Onboarding und eine intuitive Navigation scheitern. Die Investition verpufft, und die alten, ineffizienten Prozesse kehren zurück. Um dies zu vermeiden, müssen Sie die typischen UX-Fallen proaktiv angehen. Ein moderner Freigabe-Workflow muss dem Nutzer jederzeit den genauen Status seiner Bestellung anzeigen, idealerweise mit dem Namen der Person, auf deren Freigabe gewartet wird. So wird der Prozess nachvollziehbar und transparent.
Weitere kritische UX-Faktoren sind die mobile Nutzbarkeit und die Reduktion von Komplexität. Ein Aussendienstmitarbeiter muss Visitenkarten unkompliziert von seinem Smartphone aus nachbestellen können. Eine hundertprozentige Funktionalität auf mobilen Geräten ist daher keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Ebenso entscheidend ist die Personalisierung der Katalogansichten. Statt jeden Nutzer mit dem gesamten Produktsortiment zu überfordern, sollten ihm nur die für seine Abteilung oder seinen Standort relevanten Artikel angezeigt werden. Dies reduziert die kognitive Last und beschleunigt den Bestellvorgang erheblich. Schliesslich muss auch die Zuweisung zu Kostenstellen im Checkout-Prozess einfach und unmissverständlich sein, um administrative Nacharbeit zu vermeiden.
Am Ende gilt: Ein System, das einfach zu bedienen ist und Vertrauen durch Transparenz schafft, wird auch genutzt. Alles andere ist eine verlorene Investition.
Wann Sie Budgetlimits pro Nutzer hinterlegen müssen, um Ausgaben zu kontrollieren
Die Einführung eines Web-to-Print-Portals zielt auf die Zentralisierung und Standardisierung der Beschaffung ab. Doch um die Kontrolle über die Ausgaben vollständig zurückzugewinnen, ist ein weiterer Mechanismus oft unerlässlich: die Implementierung von Budgetlimits. Die Frage ist nicht, ob dies technisch möglich ist, sondern wann es strategisch notwendig wird. Nicht jede Organisation benötigt granulare Budgetkontrollen von Tag eins an, aber in bestimmten Szenarien sind sie der Schlüssel zur Vermeidung von Kostenexplosionen und zur Sicherstellung der finanziellen Governance.
Die Notwendigkeit von Budgetlimits steigt mit drei Faktoren: der Anzahl der Nutzer, der Bestellfrequenz und dem Grad der dezentralen Verantwortung. In einem Unternehmen mit tausenden Mitarbeitern in hunderten Filialen, die alle eigenständig Marketingmaterialien bestellen können, ist eine zentrale manuelle Kontrolle unmöglich. Hier sind Budgets pro Nutzer, pro Abteilung oder pro Standort essenziell. Sie können auf verschiedenen Ebenen definiert werden: als jährliches Gesamtbudget, als quartalsweises Limit oder sogar als Budget pro Bestellung. Dies verhindert nicht nur unkontrollierte Ausgaben, sondern fördert auch ein bewussteres Bestellverhalten bei den Mitarbeitern.
Der Markt für Web-to-Print-Dienstleistungen wächst rasant, was die Bedeutung einer soliden Kostenkontrolle unterstreicht. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) ermittelte eine jährliche Umsatz-Wachstumsrate von 41 Prozent im Bereich Web-to-Print-Services. In einem derart dynamischen Umfeld ist es entscheidend, die internen Prozesse so zu gestalten, dass sie mit dem Wachstum skalieren, ohne die Kosten aus den Augen zu verlieren. Budgetfunktionen in einem W2P-Portal sind genau dafür das richtige Instrument. Sie ermöglichen es Marketing- und Einkaufsleitern, die strategische Kontrolle zu behalten, ohne jede einzelne Bestellung manuell freigeben zu müssen.
Letztendlich verwandeln Budgetlimits Ihr Portal von einem reinen Bestellkanal in ein echtes Instrument zur finanziellen Steuerung Ihrer Marketingausgaben.
Wie Sie einen Styleguide erstellen, den Nicht-Designer tatsächlich verstehen und nutzen
Ein klassischer Styleguide als 100-seitiges PDF ist für Designer ein wertvolles Nachschlagewerk, für einen Filialleiter oder Franchisenehmer jedoch oft nutzlos. Er ist zu komplex, zu technisch und zu weit entfernt von der täglichen Anwendung. Die Folge: Er wird ignoriert. Um die Markenkonsistenz in einem dezentralen Unternehmen wirklich sicherzustellen, muss der Styleguide von einem starren Dokument zu einem lebendigen, integrierten Template-System innerhalb des Web-to-Print-Portals werden. Das Ziel ist es, die Regeln des Corporate Designs direkt in die Werkzeuge einzubauen, anstatt von den Nutzern zu erwarten, dass sie diese auswendig lernen.
Der Schlüssel liegt in der Erstellung von gesperrten Vorlagen. In diesen Templates sind die kritischen Design-Elemente – wie Logo-Position, Schriftarten und Farbwelten – fest verankert und können vom Nutzer nicht verändert werden. Editierbar sind nur klar definierte Zonen, beispielsweise für den Namen, die Adresse oder ein lokales Veranstaltungsdatum. Anstatt technische CMYK-Werte zu kommunizieren, zeigt das System dem Nutzer visuelle „Dos and Don’ts“ direkt im Kontext. Ein Info-Button neben einem Bild-Upload-Feld kann beispielsweise erklären: „Bitte nur Hochformat-Bilder ohne Text verwenden.“

Diese visuelle und kontextbezogene Hilfe, wie sie im Bild angedeutet wird, ist weitaus effektiver als jede abstrakte Regel in einem PDF. Das System agiert als digitaler „Brand Guardian“, der technisch falsche Eingaben automatisch verhindert. Es ist beispielsweise unmöglich, ein Bild in zu geringer Auflösung hochzuladen oder eine falsche Farbe auszuwählen. Dies entlastet nicht nur die Nutzer, sondern auch die zentrale Marketingabteilung, die nicht mehr jede einzelne Anpassung manuell korrigieren muss.
Ergänzend dazu können regelmässige, kurze „Marken-Sprechstunden“ als 30-minütige Online-Q&A-Sessions angeboten werden, um spezifische Fragen zu klären und den Dialog zu fördern. So wird der Styleguide zu einem dynamischen und hilfreichen Werkzeug, das die Einhaltung der CI erleichtert, anstatt sie zu erschweren.
Ein intelligenter Styleguide zwingt die Nutzer nicht zur Einhaltung der Regeln, sondern macht es ihnen unmöglich, diese zu brechen.
Digital oder Offset: Was lohnt sich für 500 Briefbögen in Pantone-Farben?
Diese Frage ist ein klassisches Beispiel für eine alltägliche, aber strategisch wichtige Entscheidung in der Druckbeschaffung. Die Antwort hängt von drei Kernfaktoren ab: Kosten, Qualität und Flexibilität. Für eine Auflage von 500 Stück mit einer spezifischen Pantone-Sonderfarbe befinden wir uns genau an der Grenze, an der beide Druckverfahren – Digital- und Offsetdruck – ihre jeweiligen Stärken und Schwächen ausspielen. Die richtige Wahl kann erhebliche Auswirkungen auf Budget und Markenerscheinung haben.
Der Offsetdruck ist das klassische Verfahren für hohe Qualität und grosse Auflagen. Seine grösste Stärke ist die unübertroffene Farbtreue. Eine Pantone-Farbe wird hier als separate, vorgemischte Volltonfarbe gedruckt, was eine 100% exakte Wiedergabe des definierten Farbtons garantiert. Dies ist für markenprägende Farben oft unerlässlich. Allerdings sind die Einrichtungskosten (Druckplattenherstellung) hoch, was bei Kleinauflagen zu einem hohen Stückpreis führt. Wirtschaftlich lohnt sich der Offsetdruck oft erst bei mittleren bis grossen Auflagen ab ca. 500 Stück, wobei der Stückpreis bei Nachbestellungen deutlich sinkt.
Der Digitaldruck hingegen hat keine fixen Einrichtungskosten und ist daher bei kleinen Auflagen unschlagbar günstig. Eine Pantone-Farbe wird hier jedoch aus den vier Grundfarben (CMYK) simuliert. Moderne Digitaldruckmaschinen erzielen dabei sehr gute Annäherungen, aber eine 100%ige Übereinstimmung ist nicht garantiert. Leichte Abweichungen sind möglich. Seine Stärke liegt in der Flexibilität und Geschwindigkeit – der Druck kann sofort gestartet werden, und auch personalisierte Drucke (z.B. mit unterschiedlichen Namen) sind problemlos möglich.
Für unsere 500 Briefbögen in Pantone-Farben stellt sich also eine strategische Frage: Ist die absolute Farbtreue das höchste Gebot oder stehen Kosten und Geschwindigkeit im Vordergrund? Die folgende Tabelle stellt die beiden Verfahren direkt gegenüber.
| Kriterium | Digitaldruck | Offsetdruck |
|---|---|---|
| Kosten bei 500 Stück | ca. 150 € | ca. 350 € |
| Pantone-Farbtreue | Simuliert aus CMYK | 100% exakte Wiedergabe |
| Einrichtungszeit | Sofort | 1-2 Stunden |
| Nachbestellung | Gleicher Stückpreis | Deutlich günstiger |
| Nachhaltigkeit | Weniger Makulatur | FSC-Papier möglich |
Wenn die Markenfarbe absolut kritisch ist und regelmässige Nachbestellungen zu erwarten sind, rechtfertigt der höhere Erstpreis des Offsetdrucks die Investition. Geht es jedoch um eine schnelle, kostengünstige Produktion, bei der eine sehr gute Annäherung an die Farbe ausreicht, ist der Digitaldruck die intelligentere Wahl.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Web-to-Print-Portal ist ein strategisches Steuerungsinstrument, das unsichtbare Prozesskosten in dezentralen Strukturen aufdeckt und eliminiert.
- Die Akzeptanz der Nutzer ist der entscheidende Erfolgsfaktor und wird durch eine intuitive UX, Transparenz und Personalisierung erreicht.
- Die Wahl zwischen einem offenen (Public) und geschlossenen (Intranet) System sowie die Implementierung von Budgetkontrollen sind fundamentale strategische Entscheidungen für Kontrolle und Skalierbarkeit.
Wie integrieren Sie Ihr CRM nahtlos in die Marketing-Landschaft?
Die wahre Stärke eines Web-to-Print-Portals entfaltet sich, wenn es nicht als isolierte Insellösung betrieben wird, sondern nahtlos in die bestehende IT- und Marketing-Landschaft Ihres Unternehmens integriert ist. Die Anbindung an Ihr Customer-Relationship-Management-System (CRM) ist hierbei der entscheidende Schritt, um Prozesse zu automatisieren, die Personalisierung auf ein neues Level zu heben und eine 360-Grad-Sicht auf Ihre Marketingaktivitäten zu erhalten.
Eine CRM-Integration ermöglicht es, Datenflüsse zu automatisieren, die bisher manuelle Arbeit erforderten. Beispielsweise kann der Statuswechsel eines neuen Kunden im CRM (z.B. von „Lead“ zu „Kunde“) automatisch den Versand eines Willkommenspakets aus dem Web-to-Print-Portal auslösen. Adressdaten müssen nicht mehr manuell kopiert werden, sondern werden direkt und fehlerfrei aus dem CRM in die Druckvorlagen für Mailings oder personalisierte Broschüren übernommen. Dies spart nicht nur Zeit, sondern stellt auch die Einhaltung der DSGVO sicher, da die Datenübertragung über definierte und sichere Schnittstellen (APIs) erfolgt und in einem Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) geregelt ist.
Fallstudie: Franchise-System automatisiert Onboarding mit Dynamics 365
Ein Franchise-Unternehmen nutzte die Implementierung von Dynamics 365 Customer Engagement, um seinen Onboarding-Prozess für neue Franchisenehmer zu revolutionieren. Durch die Integration mit ihren operativen Systemen wurde ein zentraler Ort für die Aufgabenverwaltung geschaffen. Jede Abteilung – von der Buchhaltung über das Marketing bis zur Schulung – hat nun Zugriff auf Dashboards, die den Fortschritt jedes einzelnen Franchisenehmers in Echtzeit anzeigen. Dies stellt sicher, dass alle Beteiligten genau wissen, welche Schritte bereits abgeschlossen sind und welche Kommunikation als Nächstes erfolgen muss, was den Prozess erheblich beschleunigt und die Transparenz maximiert.
Die technische Integration muss nicht zwangsläufig ein komplexes und teures IT-Projekt sein. Für viele Standardanwendungen kann eine Anbindung kostengünstig über Middleware-Dienste wie Zapier oder Make realisiert werden. Der entscheidende Schritt ist die Planung: Welche Datenfelder müssen gemappt werden? Welche Ereignisse im CRM sollen welche Aktionen im W2P-Portal auslösen? Eine saubere Konzeption ist hier die halbe Miete.
Durch die Verbindung von Kundendaten und Marketingproduktion verwandeln Sie Ihr Web-to-Print-Portal von einem reinen Beschaffungswerkzeug in einen integralen Bestandteil Ihrer automatisierten und personalisierten Kundenkommunikation. Um diesen strategischen Vorteil voll auszuschöpfen, analysieren Sie Ihre aktuellen Prozesse und identifizieren Sie die manuellen Schritte, die durch eine CRM-Integration automatisiert werden können.