Videoplattform interne Kommunikation
Ihr Newsletter erreicht vielleicht 30 Prozent der Belegschaft. Die Mitarbeiter in der Produktion haben keinen Desktop-Zugang. Und wenn Sie doch mal ein Video produzieren lassen, dauert es Wochen und kostet mehrere tausend Euro. Das ist die Realität, die ich in Beratungsprojekten immer wieder sehe. Enterprise-Videoplattformen versprechen eine Lösung – doch was steckt wirklich dahinter, und wie setzen Sie eine solche Plattform sinnvoll ein?

Enterprise-Videoplattform in 30 Sekunden:

  • Self-Service statt Agentur: Teams erstellen Videos ohne Vorkenntnisse
  • CI-Konformität: Vorlagen sichern Markenrichtlinien automatisch
  • KI-Unterstützung: Untertitel, Voice-over, Text-zu-Video beschleunigen Produktion
  • Einführungszeit: Rechnen Sie mit 2-4 Wochen bis zum ersten offiziellen Video

Warum klassische Videoproduktion an der internen Kommunikation scheitert

Laut der Employee Communication Impact Study 2025 von Staffbase sind 83 Prozent der gut informierten Mitarbeiter zufrieden mit ihrem Job. Bei schlecht informierten? Nur 30 Prozent. Die Lücke ist gewaltig. Und klassische Kommunikationswege schliessen sie nicht.

Ich begleite seit Jahren Unternehmen bei der Einführung von Video-Tools. Ein Muster sehe ich immer wieder: Das Kommunikationsteam plant ein aufwändiges Imagevideo. Die Geschäftsführung soll darin auftreten. Eine Agentur wird beauftragt. Kosten? Laut Kostenstudie PRST Media 2025 beginnen professionelle Unternehmensvideos bei 1.100 Euro – ohne Obergrenze.

83%

der gut informierten Mitarbeiter sind zufrieden mit ihrem Job

Videoplattform-interne-Kommunikation
Videos erreichen auch Mitarbeiter ohne Desktop-Arbeitsplatz

Dann beginnt das Warten. Auf den Drehtermin. Auf den Schnitt. Auf Freigaben. Wochen vergehen. Und wenn das Video endlich fertig ist? Die Nachricht, die es transportieren sollte, ist längst überholt. Ich nenne das den Imagefilm-Reflex: Zu gross denken, zu lange warten, am Bedarf vorbei produzieren.

Wann eine Enterprise-Plattform noch nicht passt: Wenn Sie weniger als 5 Videos pro Jahr planen oder nur ein einmaliges Imageprojekt umsetzen, ist eine spezialisierte Agentur oft sinnvoller. Enterprise-Plattformen entfalten ihren Nutzen erst bei regelmässiger, dezentraler Nutzung.

Das eigentliche Problem liegt tiefer. In meiner Beratungspraxis sehe ich häufig, dass Kommunikationsteams bei der Einführung von Videoplattformen mit aufwändigen Imagefilmen beginnen möchten. Dabei verschenken sie das eigentliche Potenzial: schnelle, authentische Updates, die in Minuten statt Wochen entstehen.

Die drei Hebel einer Enterprise-Videoplattform

Video erzielt laut einer FreshMedia Engagement-Analyse 2025 im Schnitt 6-mal höhere Engagement-Raten als Bild- oder Text-Posts. Das gilt nicht nur für Marketing, sondern auch für interne Kommunikation. Doch wie schaffen Sie es, diese Wirkung zu nutzen, ohne ein Produktionsteam aufzubauen?

Die drei Kernhebel für interne Video-Kommunikation

  1. Self-Service-Produktion

    Ihre Mitarbeiter brauchen keine Videoerfahrung. Moderne Plattformen wie die PlayPlay-Plattform arbeiten mit Drag-and-Drop-Oberflächen. Text eingeben, Vorlage auswählen, fertig. In meiner Erfahrung erstellen Teams nach einer Stunde Einarbeitung ihr erstes brauchbares Video.

  2. Automatische CI-Konformität

    Schriftarten, Farben, Logo-Platzierung – alles ist in Vorlagen hinterlegt. Das löst ein Problem, das ich ständig höre: Die Angst, dass dezentral erstellte Videos unprofessionell aussehen. Mit gesperrten Brand-Elementen kann niemand die Corporate Identity versehentlich beschädigen.

  3. Integrierte Freigabeworkflows

    Bevor ein Video veröffentlicht wird, durchläuft es einen definierten Genehmigungsprozess. Unternehmenskommunikation prüft, Rechtsabteilung gibt frei. Das klingt nach Bürokratie, beschleunigt aber paradoxerweise: Keine endlosen E-Mail-Schleifen mehr, sondern klare Zuständigkeiten.

Mitarbeiterin bearbeitet Unternehmensvideo an Enterprise-Videoplattform
Self-Service-Tools ermöglichen Videoerstellung ohne Produktionsteam

KI-Funktionen verstärken diese Hebel zusätzlich. Laut einer Analyse KI-Videotools 2025 von Morphium Film erreichte eine TV-Produktionsfirma durch künstliche Intelligenz eine 30 Prozent höhere Effizienz. Automatische Untertitelung, Text-zu-Video-Generierung, KI-Stimmen – das beschleunigt Prozesse, die früher Stunden dauerten.

Was ich Kunden rate: Starten Sie nicht mit KI-generierten Videos, sondern mit KI-unterstützten Funktionen. Automatische Untertitel sind sofort nützlich. Text-zu-Video braucht mehr Übung, um authentisch zu wirken.

Vom ersten Video zum etablierten Kommunikationskanal

Ich erinnere mich an ein Projekt mit einer HR-Leiterin eines Logistikunternehmens. Fünf Standorte in Deutschland, 800 Mitarbeiter im Lager ohne Desktop-Zugang. Der E-Mail-Newsletter erreichte gerade mal 30 Prozent der Belegschaft. Die IT-Abteilung blockierte zunächst wegen Datenschutzbedenken.

Nach einem Pilotprojekt mit drei Kurzvideos stieg die Informationsreichweite auf 78 Prozent. Der Unterschied? Die Videos liefen auf Bildschirmen im Pausenraum und waren per QR-Code auf dem Smartphone abrufbar. Kein Intranet-Login nötig.


  • Plattform-Einrichtung und CI-Upload durch Unternehmenskommunikation

  • Erstes Testvideo durch HR – meist ein einfaches Willkommensvideo

  • Freigabeprozess mit Unternehmenskommunikation etabliert

  • Erstes offizielles Video an alle Mitarbeiter

  • Zweites Team beginnt eigenständig mit Videoproduktion

Ein häufiger Fehler, den ich sehe: Teams starten mit zu komplexen Video-Formaten statt einfacher Updates. Das erste Video soll gleich ein poliertes Geschäftsführer-Statement sein. Das Ergebnis? Die ersten Videos brauchen 3-4 Mal länger als nötig. Mein Rat: Beginnen Sie mit einem 60-Sekunden-Update zu einem aktuellen Thema. Kein Perfektionismus, sondern schnelles Lernen.

Wer sich parallel für externe Videoprojekte interessiert, findet praktische Ansätze im Leitfaden B2B-Marketingvideos effizient produzieren. Die Prinzipien überschneiden sich teilweise mit interner Kommunikation.

Häufige Fragen zur internen Video-Kommunikation

Brauchen meine Mitarbeiter Videoerfahrung?

Nein. Die Plattformen sind für Laien konzipiert. Drag-and-Drop-Bedienung, fertige Vorlagen, automatische Formatierung. In meiner Erfahrung reicht eine Stunde Einarbeitung für das erste brauchbare Ergebnis. Videoerfahrung hilft natürlich, ist aber keine Voraussetzung.

Wie stelle ich sicher, dass die Videos professionell aussehen?

Durch gesperrte Vorlagen mit hinterlegten Markenrichtlinien. Schriften, Farben, Logo-Positionen sind vordefiniert. Niemand kann versehentlich Comic Sans verwenden oder das Logo verzerren. Die Qualität ist durch die Vorlage gesichert, nicht durch die Fähigkeiten des Erstellers.

Wie gehen wir mit Datenschutz bei Mitarbeitervideos um?

Bei Videos, in denen Mitarbeiter zu sehen sind, ist eine Einwilligung erforderlich. Laut datenschutzrechtlichen Anforderungen laut Haufe sollte diese gemäss § 26 Abs.2 S.3 BDSG schriftlich oder in elektronischer Form vorliegen. Informieren Sie über Verwendungskontext und Widerrufsrecht.

Was ist, wenn niemand im Team die Plattform nutzt?

Das ist ein Change-Management-Problem, kein Tool-Problem. In meinen Projekten funktioniert Folgendes: Einen Video-Champion benennen, der erste Erfolge sichtbar macht. Mit einem einfachen Format starten, das sofort Wirkung zeigt. Und nicht versuchen, alle Abteilungen gleichzeitig zu aktivieren.

Muss der Betriebsrat einbezogen werden?

Je nach Anwendung und Unternehmensgrösse kann der Betriebsrat bei der Einführung neuer Kommunikationstools einzubeziehen sein. Das gilt besonders, wenn personenbezogene Daten verarbeitet werden oder die Plattform Analysefunktionen enthält. Klären Sie das frühzeitig mit Ihrer Rechtsabteilung.

Und jetzt?

Eine Enterprise-Videoplattform löst nicht alle Kommunikationsprobleme. Sie ist ein Werkzeug, kein Wundermittel. Aber wenn Ihr Team regelmässig schnelle Updates braucht, wenn Sie Mitarbeiter ohne Desktop erreichen wollen, wenn Ihre Newsletter-Öffnungsraten stagnieren – dann lohnt sich ein genauer Blick.

Ihre nächsten Schritte

  • Definieren Sie ein erstes Pilotformat: CEO-Update, Onboarding-Video oder Sicherheitshinweis
  • Klären Sie Datenschutz und Betriebsrat vor dem ersten Dreh
  • Benennen Sie einen Video-Champion, der das Thema intern vorantreibt
  • Planen Sie 8 Wochen von der Einrichtung bis zum etablierten Kanal ein

Die entscheidende Frage für Ihr Unternehmen: Welches eine Video würde, wenn es morgen existierte, sofort einen Unterschied machen? Beginnen Sie dort.

Geschrieben von Katja Riemann, beraterin für digitale Unternehmenskommunikation mit Schwerpunkt Video-Content-Strategien. Seit 2018 begleitet sie mittelständische Unternehmen bei der Einführung von Self-Service-Videoplattformen für interne Kommunikation und Employer Branding. Ihr Fokus liegt auf pragmatischen Lösungen, die auch Teams ohne Videoproduktionserfahrung schnell umsetzen können.