
Heissfolienprägung ist kein reines Design-Element, sondern ein technisches Werkzeug zur aktiven Steuerung der Kaufentscheidung durch gezielte haptische und visuelle Reize.
- Der Erfolg hängt von der präzisen technischen Vorbereitung der Druckdaten und der Vermeidung spezifischer Fehler, wie zu feinen Linien, ab.
- Die Wirtschaftlichkeit wird durch die Auflagenhöhe bestimmt, während die Recyclingfähigkeit in Deutschland von einem klaren Grenzwert abhängt.
Empfehlung: Betrachten Sie Veredelung nicht als letzten Schritt, sondern als integralen Bestandteil Ihrer Produktstrategie, der auf psychologischen Triggern und technischer Exzellenz basiert.
Im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Kunden zählt jeder Eindruck. Marketing- und Produktionsleiter stehen vor der Herausforderung, Produkte nicht nur funktional, sondern auch emotional ansprechend zu gestalten. Viele greifen dabei auf bewährte Methoden wie auffällige Farben oder Slogans zurück. Doch oft wird das enorme Potenzial übersehen, das in der physischen Beschaffenheit eines Produkts oder seiner Verpackung liegt – die Macht der Haptik und der subtilen visuellen Signale.
Die gängige Annahme ist, dass Veredelungen wie die Heissfolienprägung lediglich ein Luxus-Finish sind, eine ästhetische Zugabe. Man denkt an glänzende Gold- oder Silberfolien, vielleicht auch an metallische Farbeffekte auf Visitenkarten oder Parfümverpackungen. Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Was, wenn die wahre Stärke der Heissfolienprägung nicht nur im Glanz liegt, sondern in ihrer Fähigkeit, als präzises technisches Instrument die Wahrnehmung von Wert und Qualität tief im Unterbewusstsein des Kunden zu verankern? Der Schlüssel liegt nicht darin, *ob* man veredelt, sondern *wie* man es technisch und strategisch meisterhaft umsetzt.
Dieser Artikel durchbricht die oberflächliche Betrachtung. Wir tauchen tief in die technischen und psychologischen Mechanismen der Heissfolienprägung ein. Sie erfahren, warum sie den wahrgenommenen Preis erhöht, wie Sie Druckdaten perfekt anlegen, um kostspielige Fehler zu vermeiden, und wann alternative Methoden wie die Blindprägung die wirkungsvollere Wahl sind. Wir beleuchten die Wirtschaftlichkeit für verschiedene Auflagen und klären die entscheidende Frage der Recyclingfähigkeit im deutschen Markt. Bereiten Sie sich darauf vor, Veredelung als ein mächtiges Werkzeug der Wahrnehmungssteuerung zu entdecken.
Um Ihnen einen klaren Überblick über die strategischen und technischen Aspekte der Druckveredelung zu geben, führt Sie dieser Artikel schrittweise durch die entscheidenden Themen. Von der psychologischen Wirkung bis zur praktischen Umsetzung finden Sie hier alle notwendigen Informationen.
Inhaltsverzeichnis: Der Weg zur perfekten Druckveredelung
- Warum Goldprägung den wahrgenommenen Preis eines Produkts erhöht
- Wie Sie Daten für Heissfolie anlegen, damit der Drucker sie verarbeiten kann
- Heissfolie oder Kaltfolie: Welches Verfahren ist für grosse Auflagen wirtschaftlicher?
- Der Fehler bei zu feinen Linien, der dazu führt, dass die Folie ausbricht
- Wann sind foliengeprägte Kartonagen noch recycelbar? (Entsorgung)
- Wie die Papierwahl das Gefühl von Wertigkeit beeinflusst (Psychohaptik)
- Wann eine Blindprägung wirkungsvoller ist als ein farbiges Logo
- Wie setzen Sie UV-Lack ein, um Details hervorzuheben, die den Kunden zum Anfassen verleiten?
Warum Goldprägung den wahrgenommenen Preis eines Produkts erhöht
Die Entscheidung für ein Produkt ist selten eine rein rationale Abwägung von Fakten. Tatsächlich zeigen Studien aus dem Neuromarketing, dass bis zu 95 % aller Kaufentscheidungen emotional und unbewusst getroffen werden. Hier setzt die strategische Wirkung der Heissfolienprägung an. Sie ist ein mächtiges Werkzeug zur Wahrnehmungssteuerung, das zwei entscheidende Sinne anspricht: das Sehen und das Fühlen.
Visuell signalisiert der metallische Glanz von Gold- oder Silberfolie unmittelbar Exklusivität und Wertigkeit. Diese Assoziation ist tief in unserer Kultur verankert; Edelmetalle stehen seit jeher für Reichtum, Qualität und Beständigkeit. Ein Produkt, das diese visuellen Codes nutzt, wird vom Gehirn automatisch in eine höhere Preiskategorie eingeordnet, noch bevor der Verstand den tatsächlichen Preis analysiert hat. Dieser Effekt wird durch die Haptik verstärkt. Die leicht erhabene oder vertiefte Struktur einer Prägung erzeugt einen taktilen Reiz, der Neugier weckt und zum Berühren einlädt. Diese physische Interaktion schafft eine tiefere emotionale Verbindung zum Produkt.
Die Verpackungsexperten von Rajapack unterstreichen in ihrem Bericht „Papierqualität und Wertwahrnehmung 2024“ einen verwandten Effekt:
Eine Steigerung des Papiergewichts von 250 g/m² auf 400 g/m² wird von Konsumenten oft mit einer Verdopplung des wahrgenommenen Wertes assoziiert.
– Rajapack Verpackungsexperten, Papierqualität und Wertwahrnehmung 2024
Dieses Prinzip der Psychohaptik gilt ebenso für Veredelungen. Eine schwere, texturierte Verpackung mit einer präzisen Heissfolienprägung fühlt sich einfach „wertvoller“ an. Das Unternehmen Frito-Lay nutzte genau diese Erkenntnisse, um das Verpackungsdesign seiner SunChips zu optimieren. Neuromarketing-Studien zeigten, dass ein mattes Design mit haptischen Elementen die Kaufbereitschaft deutlich erhöhte, weil es eine stärkere emotionale Verbindung aufbaute.
Wie Sie Daten für Heissfolie anlegen, damit der Drucker sie verarbeiten kann
Die beeindruckende Wirkung einer Heissfolienprägung steht und fällt mit der Qualität der Druckdaten. Ein kleiner Fehler in der Vorbereitung kann zu unsauberen Ergebnissen, Mehrkosten und Verzögerungen führen. Für Produktions- und Marketing-Manager ist es daher essenziell, die technischen Anforderungen zu verstehen, um die Druckerei präzise ansteuern zu können. Der Schlüssel liegt in der korrekten Anlage der Vektorgrafiken und der Definition einer speziellen Farbe.
Alle Elemente, die mit Folie geprägt werden sollen, müssen als Vektorgrafiken angelegt sein. Pixelbasierte Bilder (wie JPEGs) sind hierfür ungeeignet, da sie nicht die nötige Kantenschärfe für den Prägestempel bieten. Im Layoutprogramm (z.B. Adobe InDesign oder Illustrator) wird für diese Vektorelemente eine separate Volltonfarbe erstellt. Diese wird üblicherweise „Heissfolie“ oder „Foil“ genannt und mit einem auffälligen Farbwert, meist 100 % Magenta, definiert. Dieser Kanal dient der Druckerei als klare Anweisung, welche Bereiche veredelt werden sollen.
Dieses Vorgehen wird im folgenden Bild veranschaulicht, das einen Designer bei der Vorbereitung der Druckdaten zeigt.

Ein entscheidendes technisches Detail ist das Attribut „Überdrucken“. Dieses muss für alle Folienelemente aktiviert werden. Dadurch wird verhindert, dass unter der Folie ein „Loch“ im eigentlichen Druckbild entsteht. Das Überdrucken sorgt dafür, dass die Folie nahtlos auf den darunterliegenden Farbschichten liegt und vermeidet unschöne weisse Blitzer an den Kanten, falls es zu minimalen Passerdifferenzen im Druckprozess kommt. Die richtige Datenanlage ist somit die wichtigste Voraussetzung für ein makelloses Ergebnis.
Heissfolie oder Kaltfolie: Welches Verfahren ist für grosse Auflagen wirtschaftlicher?
Die Entscheidung zwischen Heissfolien- und Kaltfolienprägung ist keine reine Geschmacksfrage, sondern eine strategische und wirtschaftliche. Beide Verfahren erzeugen metallische Effekte, unterscheiden sich aber fundamental in Prozess, Kostenstruktur und Ergebnis. Die Kenntnis der Wirtschaftlichkeitsschwelle ist für die Budgetplanung unerlässlich.
Die Heissfolienprägung ist ein klassisches Verfahren, bei dem mittels Hitze und Druck ein Prägestempel die Folie auf das Papier überträgt. Die Erstellung dieses individuellen Stempels verursacht Fixkosten, die sich erst bei grösseren Auflagen amortisieren. Daher ist die Heissfolienprägung typischerweise ab ca. 500 Stück wirtschaftlich. Ihr grosser Vorteil liegt im unübertroffenen Glanz, der Schärfe und der leichten haptischen Vertiefung (Debossing), die sie erzeugt. Sie ist ideal für höchste Qualitätsansprüche und detailreiche Motive.
Die Kaltfolienprägung hingegen funktioniert ohne Prägestempel. Ein spezieller Kleber wird im Offset-Druckwerk auf das Papier aufgetragen, worauf die Folie kaschiert wird. Sie haftet nur an den beklebten Stellen. Da keine Werkzeugkosten anfallen, ist das Verfahren flexibler, aber die Stückkosten sind bei kleinen Auflagen relativ hoch. Seine Stärke spielt es bei sehr grossen Auflagen (ab 5.000 Stück) aus, wo es kostengünstiger als die Heissfolienprägung sein kann. Der Glanzgrad ist jedoch etwas geringer. Ein weiterer Aspekt ist die Nachhaltigkeit: Die Kaltfolie von Leonhard Kurz erreichte 100 von 100 möglichen Punkten im INGEDE-Deinking-Test, was ihre gute Recyclingfähigkeit belegt.
Die folgende Tabelle aus einer vergleichenden Analyse von Druckverfahren fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen:
| Kriterium | Heissfolienprägung | Kaltfolienprägung | Digitalfolierung |
|---|---|---|---|
| Auflagengrösse | Ab 500 Stück wirtschaftlich | Grosse Auflagen (5000+) | Kleine bis mittlere (50-2000) |
| Stückkosten | Hoch bei kleinen Auflagen | Niedrig bei grossen Auflagen | Moderat, auflagenunabhängig |
| Motivkomplexität | Sehr detailliert möglich | Eingeschränkt | Hochkomplex möglich |
| Glanzeffekt | Maximaler Glanz | Matter als Heissfolie | Gut, aber weniger brilliant |
| Deinkbarkeit | Gut bei <5% Folienanteil | Problematisch | Variabel |
Der Fehler bei zu feinen Linien, der dazu führt, dass die Folie ausbricht
Einer der häufigsten und frustrierendsten Fehler in der Heissfolienprägung ist das „Ausbrechen“ der Folie bei zu feinen Details. Das Ergebnis sind unterbrochene Linien, unvollständige Buchstaben und ein unsauberes, billig wirkendes Gesamtbild – das genaue Gegenteil des angestrebten Premium-Effekts. Die technische Fehlervermeidung beginnt hier bereits in der Designphase. Das Verständnis für physikalische Mindestmasse ist entscheidend.
Das Problem entsteht, weil die Folie für eine dauerhafte Haftung eine ausreichende Kontaktfläche zum Papier benötigt. Bei sehr dünnen Linien oder winzigen Serifen einer Schrift ist diese Fläche zu gering. Unter dem Druck und der Hitze des Prägestempels kann die Folie an diesen fragilen Stellen reissen oder gar nicht erst richtig haften. Zudem spielt die Papieroberfläche eine Rolle: Auf rauen, ungestrichenen Naturpapieren „sinkt“ die Folie leicht ein und benötigt daher etwas breitere Linien als auf glatt gestrichenen Bilderdruckpapieren.
Die Makroaufnahme unten zeigt deutlich, wie solche Folienausbrüche bei zu filigranen Elementen aussehen können.

Um dieses Problem proaktiv zu vermeiden, sollten Designer und Produktmanager eine technische Checkliste beachten. Eine generelle Faustregel ist eine Mindestlinienstärke von 0,38 mm (ca. 1 Punkt). Auch der Abstand zwischen zwei folierten Elementen muss gross genug sein, damit die Folie nicht „zuläuft“. Schriftgrössen unter 10 Punkt sind oft kritisch, insbesondere bei Schriften mit feinen Serifen.
Ihre Checkliste für perfekte Heissfolien-Ergebnisse
- Mindestlinienstärke: Planen Sie alle positiven Linien mit mindestens 0,38 mm (1 pt) Stärke.
- Mindestabstand: Halten Sie einen Abstand von mindestens 0,5 mm (1,5 pt) zwischen einzelnen Folienelementen ein.
- Schriftgrösse prüfen: Verwenden Sie Schriftgrössen von mindestens 10 Punkt, insbesondere bei Serifen-Schriften.
- Negativräume gestalten: Achten Sie darauf, dass auch die „Löcher“ in Buchstaben (z.B. bei ‚a‘ oder ‚e‘) gross genug sind und nicht zulaufen.
- Papiersorte berücksichtigen: Planen Sie bei strukturierten Naturpapieren grosszügigere Linienstärken und Abstände ein.
Wann sind foliengeprägte Kartonagen noch recycelbar? (Entsorgung)
In einem Markt, in dem Nachhaltigkeit für Verbraucher und Unternehmen gleichermassen an Bedeutung gewinnt, ist die Frage der Recyclingfähigkeit von Verpackungen kein Nebenschauplatz mehr. Besonders in Deutschland, mit seinem strengen Verpackungsgesetz (VerpackG), ist die Entsorgbarkeit ein kritischer Faktor. Eine hochwertige Veredelung darf nicht auf Kosten der Umwelt gehen. Glücklicherweise ist die Antwort für foliengeprägte Produkte klarer als oft angenommen.
Die entscheidende Kennzahl ist der sogenannte Recycling-Grenzwert. Dieser bezieht sich auf den prozentualen Anteil der nicht-papierartigen Materialien auf der Gesamtfläche der Verpackung. Laut dem deutschen Verpackungsgesetz gilt die klare Regel: Liegt der Folienanteil unter 5 % der Gesamtfläche, ist die Verpackung in der Regel problemlos im Altpapierkreislauf recycelbar. Die dünne Folienschicht kann im Deinking-Prozess, bei dem die Druckfarbe vom Papier gelöst wird, effektiv von den Papierfasern getrennt werden.
Das bedeutet für das Design: Ein dezent platziertes, foliengeprägtes Logo auf einer grossen Kartonage ist aus Recyclingsicht völlig unproblematisch. Eine vollflächig mit Folie kaschierte Verpackung hingegen kann nicht mehr über das Altpapier entsorgt werden. Die strategische Entscheidung liegt also darin, die Veredelung gezielt und akzentuiert einzusetzen, anstatt flächendeckend. Dies kommt nicht nur der Umwelt zugute, sondern oft auch der ästhetischen Wirkung, da der Kontrast zwischen dem matten Papier und dem glänzenden Foliendetail verstärkt wird.
Die Zertifizierung durch anerkannte Institutionen wie die INGEDE (International Association of the Deinking Industry) gibt zusätzliche Sicherheit. Sie bestätigt die einwandfreie Deinkbarkeit und sorgt dafür, dass veredelte Produkte den hohen Standards des deutschen Recyclingsystems entsprechen. Für Marketing-Manager ist dies ein starkes Argument, um die Nachhaltigkeits-Story ihrer Marke glaubwürdig zu untermauern.
Wie die Papierwahl das Gefühl von Wertigkeit beeinflusst (Psychohaptik)
Die Wirkung einer Veredelung existiert nie im luftleeren Raum. Sie entfaltet ihr volles Potenzial erst im Zusammenspiel mit dem Trägermaterial – dem Papier. Die Auswahl der richtigen Papiersorte ist ein oft unterschätzter, aber extrem wirkungsvoller Hebel, um das Gefühl von Wertigkeit zu steuern. Dieses Feld der Wahrnehmungspsychologie nennt sich Psychohaptik: die Lehre davon, wie sich Berührungen auf unsere Emotionen und unser Urteilsvermögen auswirken.
Ein schweres, steifes Papier mit einer angenehmen Textur vermittelt unbewusst Stabilität, Substanz und Qualität. Denken Sie an den Unterschied zwischen einer dünnen 80-g/m²-Kopie und einer 400-g/m²-Visitenkarte. Die schwere Karte hat eine physische Präsenz, die Autorität und Vertrauen ausstrahlt, noch bevor ein Wort darauf gelesen wurde. Sie fühlt sich „wichtiger“ an. Dieser Effekt ist messbar: Eine Visitenkarte mit einer hohen Grammatur von etwa 400 g/m² kann beim Empfänger unbewusst das Gefühl von Stärke, Vertrauen und Seriosität des Unternehmens verankern.
Die Kombination aus einem hochwertigen Papier und einer präzisen Veredelung erzeugt eine multisensorische Erfahrung, die im Gedächtnis bleibt. Eine Heissfolienprägung auf einem glatt gestrichenen, hochweissen Papier wirkt modern, präzise und brillant. Dieselbe Prägung auf einem rauen, durchgefärbten Naturkarton erzeugt eine völlig andere Anmutung: erdig, authentisch und handwerklich. Die Wahl des Papiers definiert den Charakter des Produkts. Die folgende Tabelle gibt eine Orientierung, welche Grammaturen für welche Anwendung eine hochwertige Wirkung erzielen:
| Anwendung | Empfohlene Grammatur | Wirkung |
|---|---|---|
| Edles Briefpapier | 90-120 g/m² | Hochwertig, schreibfähig |
| Flyer/Folder | 170-250 g/m² | Stabil, griffig |
| Visitenkarten | 300-400 g/m² | Premium, vertrauenswürdig |
| Verpackungen | 400-450 g/m² | Luxuriös, schützend |
Wann eine Blindprägung wirkungsvoller ist als ein farbiges Logo
Im Streben nach Aufmerksamkeit liegt oft die Verlockung, lauter und bunter zu sein. Doch wahre Eleganz und Premium-Positionierung manifestieren sich häufig in Zurückhaltung und Subtilität. Hier kommt die Blindprägung ins Spiel – eine Veredelungstechnik, die ganz ohne Farbe oder Folie auskommt und allein durch Form und Haptik wirkt. In bestimmten Kontexten kann sie weitaus wirkungsvoller sein als ein glänzendes, farbiges Logo.
Die Experten von Lieblingsdrucker fassen die Essenz dieser Technik treffend zusammen:
Die Blindprägung setzt auf reine Haptik: Durch einen Prägestempel wird das Material verdrängt und eine fühlbare Struktur erzeugt – ganz ohne Farbe oder Folie. Die Blindprägung ist subtil und vermittelt eine hohe Wertigkeit.
– Lieblingsdrucker Veredelungsexperten, Klassische Veredelungen und ihre digitalen Alternativen
Der entscheidende Vorteil der Blindprägung ist ihre Fähigkeit, eine Botschaft des „Quiet Luxury“ zu senden. Sie schreit nicht nach Aufmerksamkeit, sondern belohnt sie. Wenn Licht über die erhabene oder vertiefte Struktur streicht, entsteht ein dynamisches Spiel aus Licht und Schatten, das das Design lebendig werden lässt. Diese unaufdringliche Eleganz eignet sich perfekt für Marken, die auf Understatement, Handwerkskunst und Authentizität setzen. Sie spricht eine Zielgruppe an, die Qualität erkennt, ohne dass man sie ihr mit plakativen Mitteln aufdrängen muss.
Die Entscheidung zwischen auffälliger Heissfolie und subtiler Blindprägung ist daher eine strategische Markenentscheidung:
- Blindprägung ist die erste Wahl für Marken im Bereich „Quiet Luxury“, wie Manufakturen, Architekturbüros oder hochwertige Dienstleister. Sie unterstreicht auch perfekt den Anspruch von Bio- und Nachhaltigkeitsmarken durch ihre pure, unverfälschte Anmutung.
- Heissfolienprägung ist ideal, wenn Opulenz, Feierlichkeit und maximale Aufmerksamkeit im Vordergrund stehen. Sie eignet sich hervorragend für die Positionierung im Luxussegment, für Event-Einladungen oder saisonale Produkte.
Das Wichtigste in Kürze
- Heissfolienprägung ist ein technisches Werkzeug, das durch Psychohaptik und visuelle Trigger die Wertwahrnehmung messbar steigert.
- Der Erfolg hängt von der präzisen Vorbereitung der Druckdaten ab (Volltonfarbe, Überdrucken, Mindestlinienstärken), um kostspielige Fehler zu vermeiden.
- In Deutschland ist die Recyclingfähigkeit durch den 5-%-Grenzwert des Folienanteils klar geregelt und muss im Designprozess berücksichtigt werden.
Wie setzen Sie UV-Lack ein, um Details hervorzuheben, die den Kunden zum Anfassen verleiten?
Während Heissfolienprägung für metallischen Glanz sorgt, eröffnet der Einsatz von UV-Lack eine weitere Dimension der haptischen und visuellen Verführung. Partieller UV-Lack ermöglicht es, gezielt einzelne Elemente eines Druckprodukts hervorzuheben und so eine unwiderstehliche Neugier zu wecken. Es geht darum, einen Kontrast zu schaffen, der das Auge führt und die Hand zum Erkunden einlädt. Insbesondere der 3D-Relieflack hebt die multisensorische Erfahrung auf ein neues Level.
Stellen Sie sich eine matt kaschierte Verpackung vor. Die Oberfläche ist glatt und samtig. Darauf ist ein Logo oder ein grafisches Muster mit einem transparenten, hochglänzenden Relieflack überzogen. Das Auge nimmt den Glanzkontrast sofort wahr, aber die eigentliche Magie passiert bei der Berührung: Die Finger spüren die deutlich erhabene, glasartige Struktur des Lacks. Dieser taktile „Wow-Effekt“ erzeugt eine starke sensorische Erinnerung und positioniert das Produkt als extrem hochwertig. Moderne digitale Systeme wie die Duplo DDC-810 ermöglichen eine beeindruckende Präzision mit einer Auftragsstärke von bis zu 80 Mikrometern und einer punktgenauen Platzierung von 0,2 mm.
Der strategische Einsatz von UV-Lack kann einer „multisensorischen Eskalationsleiter“ folgen, um die Wirkung schrittweise zu steigern:
- Stufe 1 (Visueller Kontrast): Partieller Glanzlack auf mattem Untergrund. Eine subtile, aber effektive Methode, um Blicke zu lenken.
- Stufe 2 (Haptischer Kontrast): Partieller Relieflack (3D-Lack). Die spürbare Erhebung sorgt für einen deutlichen taktilen Reiz.
- Stufe 3 (Textur-Kontrast): Kombination von Relieflack mit speziellen Effekten wie Sand- oder Strukturlack, um einzigartige Oberflächen zu schaffen.
- High-End-Kombination: Der ultimative Luxus-Effekt wird oft durch die Kombination mehrerer Veredelungen erzielt. Eine Basis aus Mattfolienkaschierung, darauf eine Heissfolienprägung für das Logo und zusätzlich ein 3D-Relieflack auf grafischen Elementen.
Wichtig bei der Kombination ist die technische Planung: UV-Lack haftet nicht optimal direkt auf Heissfolie. Es muss ein minimaler Abstand („Trapping“) zwischen den beiden Veredelungen eingeplant werden, um ein perfektes Ergebnis zu gewährleisten.
Die gezielte Veredelung Ihrer Druckprodukte ist mehr als nur Dekoration – es ist eine Investition in die Wahrnehmung Ihrer Marke. Beginnen Sie noch heute damit, diese strategischen und technischen Erkenntnisse in Ihre Produktgestaltung zu integrieren, um sich entscheidend vom Wettbewerb abzuheben.
Häufig gestellte Fragen zu Heissfolienprägung und Wertwahrnehmung
Welche Zertifizierung ist in Deutschland massgeblich?
Für die Recyclingfähigkeit von Druckprodukten ist die Zertifizierung durch die INGEDE (International Association of the Deinking Industry) massgeblich. Sie bestätigt, ob sich Druckfarben und Veredelungen im Recyclingprozess wieder gut von den Papierfasern lösen lassen (Deinkbarkeit).
Was besagt der Mindeststandard 2024?
Der „Mindeststandard für die Bemessung der Recyclingfähigkeit von systembeteiligungspflichtigen Verpackungen“ gemäss § 21 VerpackG definiert die technischen Kriterien, nach denen in Deutschland die Recyclingfähigkeit einer Verpackung bewertet wird. Er legt Prüfanforderungen fest, um den für das Recycling verfügbaren Wertstoffgehalt zu ermitteln.
Können UV-härtende Systeme recycelt werden?
Das ist eine komplexe Frage. Während einige moderne Kaltfolien-Systeme mit UV-Klebern und -Farben gute Deinking-Ergebnisse erzielen, gilt die Kombination von UV-härtenden Systemen laut INGEDE-Erfahrungen generell als schwierig. Die Recyclingfähigkeit muss hier im Einzelfall geprüft und durch Tests nachgewiesen werden.