
Die Folienkaschierung ist nicht nur zeitaufwendig, sondern auch eine der grössten Fehlerquellen in der Schilderproduktion. Der UV-Direktdruck eliminiert diesen Prozessschritt vollständig.
- Er reduziert die reine Produktionszeit um bis zu 40 %, indem er Drucken, Trocknen und Veredeln in einem Arbeitsgang bündelt.
- Er steigert durch „Materialintelligenz“ den Wert des Endprodukts durch haptische Effekte und brillante Farben auf anspruchsvollen Substraten wie Holz, Glas oder Metall.
Empfehlung: Analysieren Sie Ihre aktuellen Systemkosten (Material + Arbeitszeit + Ausschuss), um das volle Einsparpotenzial gegenüber der Kaschierung zu erkennen und die Prozesssicherheit zu maximieren.
Für Werbetechniker und Ladenbauer ist die Folienkaschierung ein alltäglicher, aber oft frustrierender Prozess. Das präzise, blasenfreie Aufziehen von bedruckten Folien auf starre Plattenmaterialien ist zeitintensiv, fehleranfällig und bindet wertvolle Fachkräfte. Jeder Fehlschnitt, jede Staub-Einschliessung bedeutet Materialverlust und kostet Marge. Die Branche spricht oft über die Vielfalt der bedruckbaren Materialien, doch die wahre Revolution liegt tiefer verborgen: in der fundamentalen Neugestaltung des gesamten Produktionsprozesses.
Doch was wäre, wenn die eigentliche Lösung nicht in einer besseren Kaschiertechnik, sondern in deren vollständiger Eliminierung liegt? Hier setzt der UV-Direktdruck an. Er ist nicht nur eine alternative Druckmethode, sondern ein Paradigmenwechsel in der Workflow-Effizienz. Statt mehrere separate Schritte – Foliendruck, Trocknung, Zuschnitt, Kaschierung – zu durchlaufen, wird das Motiv direkt auf das finale Trägermaterial gedruckt und in Sekundenschnelle durch UV-Licht ausgehärtet. Das Endprodukt ist sofort fertig zur Weiterverarbeitung oder Auslieferung.
Dieser Artikel geht über die üblichen Oberflächenbetrachtungen hinaus. Wir analysieren, wie der UV-Direktdruck die traditionelle Kalkulation von Zeit und Kosten auf den Kopf stellt. Wir tauchen ein in die „Materialintelligenz“ – die bewusste Auswahl von Substraten wie Alu-Dibond, Holz oder Acrylglas, deren spezifische Eigenschaften durch den Direktdruck erst richtig zur Geltung kommen. Es geht darum, nicht nur ein Bild auf eine Platte zu bringen, sondern Platte und Bild zu einer untrennbaren, hochwertigen Einheit zu verschmelzen.
In den folgenden Abschnitten untersuchen wir die konkreten Prozessvorteile, die technischen Voraussetzungen für ein perfektes Ergebnis und die strategische Auswahl von Materialien für maximale Wirkung im Aussenbereich, in der Innenarchitektur und am Point of Sale. Betrachten Sie dies als Ihr strategisches Handbuch für den Umstieg auf eine schnellere, rentablere und qualitativ hochwertigere Schilderproduktion.
Inhalt: Wie der UV-Direktdruck die Schilderproduktion optimiert
- Warum Direktdruck 40 % schneller ist als das Kaschieren von Folien
- Wie Sie Holz, Glas oder Metall direkt bedrucken für einzigartige Innenarchitektur
- Alu-Dibond oder Hartschaum: Was verzieht sich nicht in der Sonne?
- Der Fehler beim Druck auf Acrylglas, wenn Sie den Weissdruck vergessen
- Wann sind UV-gehärtete Tinten für den Innenraum (VOC-Emissionen) geeignet?
- Warum modulare Systeme langfristig 40 % günstiger sind als Einwegbauten
- Das Problem der blassen Farben auf Mesh: Wie Sie Motive kontrastreich anlegen
- Welche Werbewände garantieren maximale Aufmerksamkeit am Point of Sale oder auf Events?
Warum Direktdruck 40 % schneller ist als das Kaschieren von Folien
Die Behauptung einer Zeitersparnis von bis zu 40 % ist keine reine Marketingaussage, sondern das Resultat einer fundamentalen Verschlankung des Produktionsprozesses. Bei der klassischen Methode müssen Sie eine Folie bedrucken, diese vollständig trocknen lassen, um Ausgasungen zu vermeiden, sie dann präzise auf eine starre Platte kaschieren und schliesslich zuschneiden. Jeder dieser Schritte birgt Wartezeiten und das Risiko menschlicher Fehler. Der UV-Direktdruck bricht diesen Zyklus auf: Er ist ein Ein-Schritt-Verfahren. Die Tinte wird aufgetragen und quasi im selben Moment durch intensive UV-Lampen ausgehärtet. Das Produkt, das die Maschine verlässt, ist sofort trocken, kratzfest und bereit für den nächsten Verarbeitungsschritt oder die direkte Auslieferung.
Diese immense Workflow-Effizienz resultiert aus mehreren technologischen Vorteilen. Der Druckschlitten bewegt sich berührungslos in einem minimalen Abstand von etwa 2 Millimetern über das Material. Dies ermöglicht nicht nur eine extrem präzise Platzierung der Tintentropfen für höhere Auflösungen, sondern eliminiert auch das Risiko von Materialbeschädigungen. Die sofortige Aushärtung der Tinte auf der Oberfläche, anstatt in das Material einzudringen, verhindert ein Verlaufen der Farben und macht lange Trocknungsphasen obsolet. Besonders im kurzfristigen Messe- und Eventgeschäft, wo Deadlines nicht verhandelbar sind, ist dieser Geschwindigkeitsvorteil ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.
Die Einsparung beschränkt sich jedoch nicht nur auf die reine Arbeitszeit. Auch die Materialkosten und der Abfall werden signifikant reduziert. Es wird keine Trägerfolie, kein Laminat und kein Applikationstape benötigt. Das Risiko von Blasenbildung, Falten oder Staubeinschlüssen, das bei der Kaschierung oft zu komplettem Ausschuss führt, entfällt vollständig. Diese hohe Prozesssicherheit bedeutet, dass die produzierte Qualität konstant hoch ist und teure Nachproduktionen vermieden werden. Die gewonnene Zeit kann stattdessen in wertschöpfendere Tätigkeiten wie Kundenberatung oder Design investiert werden.
Ihr Plan zur Umstellung von Kaschierung auf Direktdruck
- Punkte der Interaktion identifizieren: Listen Sie alle aktuellen Produktionsschritte auf, von der Datenaufbereitung über den Foliendruck und die Kaschierung bis hin zur Endmontage. Notieren Sie die durchschnittliche Zeit für jeden Schritt.
- Bestehende Elemente sammeln: Inventarisieren Sie typische Aufträge. Welche Materialien (Platten, Folien), welche Formate und welche Auflagen sind am häufigsten? Erfassen Sie die Kosten für Folie, Tinte und Plattenmaterial getrennt.
- Auf Konsistenz prüfen: Vergleichen Sie Ihre aktuellen Produktionswerte (Kosten, Zeit) mit den Herstellerangaben für den UV-Direktdruck. Wo liegen die grössten Abweichungen und damit die grössten Einsparpotenziale?
- Einzigartigkeit bewerten: Identifizieren Sie Aufträge, bei denen eine höhere haptische oder visuelle Qualität (z.B. Reliefdruck, partielle Lackierung) einen Mehrwert schaffen und einen höheren Preis rechtfertigen könnte.
- Integrationsplan erstellen: Definieren Sie Prioritäten. Beginnen Sie mit einfachen, hochvolumigen Aufträgen (z. B. Standard-Schilder), um den Prozess zu etablieren, bevor Sie komplexe Veredelungen angehen.
Wie Sie Holz, Glas oder Metall direkt bedrucken für einzigartige Innenarchitektur
Der UV-Direktdruck sprengt die Grenzen traditioneller Materialien und ermöglicht es Innenarchitekten und Ladenbauern, Oberflächen als gestalterische Leinwände zu nutzen. Statt auf Standardlösungen zurückzugreifen, können Materialien wie Holz, Glas oder gebürstetes Aluminium direkt bedruckt werden, um eine unverwechselbare Atmosphäre zu schaffen. Die wahre Stärke liegt in der Fähigkeit, die Materialintelligenz des Untergrunds zu nutzen und zu verstärken. Ein Druck auf einer Holzoberfläche kann so angelegt werden, dass die natürliche Maserung sichtbar bleibt und Teil des Designs wird. Auf Metall kann mit partiellen Lackierungen oder Weissdruck gearbeitet werden, um den metallischen Glanz gezielt als grafisches Element einzusetzen.
Diese Technik eröffnet völlig neue Möglichkeiten der Veredelung, die mit Folienkaschierung undenkbar wären. Durch den schichtweisen Aufbau der Tinte lassen sich haptische Reliefstrukturen und Braille-Schrift erzeugen. Partielle Glanzlackierungen können bestimmte Designelemente hervorheben und einen spannenden Kontrast zu matten Oberflächen bilden. Wie Experten von print-o-tec bestätigen, ist die Technologie so weit fortgeschritten, dass selbst anspruchsvolle Substrate prozesssicher veredelt werden können.
Auch ’schwierige‘ Materialien wie Metall oder Holz lassen sich so problemlos bedrucken – wenn gewünscht sogar ganze Zimmertüren. Transparente Bedruckstoffe wie Glas oder Plexiglas sind ebenfalls geeignet und können direkt in der Druckmaschine mit einem zusätzlichen Weiss partiell oder vollflächig hinterlegt werden.
– print-o-tec GmbH, UV-Direktdruck Fachartikel
Ein entscheidendes Werkzeug für den Druck auf nicht-weissen oder transparenten Materialien ist der Weissdruck. Er dient als Grundierung, um die Farbbrillanz auf dunklen Untergründen zu gewährleisten, oder als gestalterische Ebene, um gezielt Effekte zu steuern. Die Methode des Weissdrucks variiert je nach Material und gewünschtem Ergebnis.

Die folgende Tabelle zeigt, wie der strategische Einsatz von Weissdruck die Wirkung auf verschiedenen Materialien dramatisch verändert und so eine neue Ebene der haptischen Wertigkeit schafft.
| Material | Weissdruck-Methode | Effekt |
|---|---|---|
| Dunkles Holz | Unterleger (Weiss unter der Farbe) | Maximale Farbbrillanz, Motiv leuchtet |
| Glas (Hinterglasdruck) | Überleger (Weiss über der Farbe) | Day-and-Night-Effekt, Motiv von vorne sichtbar, von hinten weiss |
| Gebürstetes Aluminium | Partiell (selektives Weiss) | Schafft eine zusätzliche grafische Ebene, Metallglanz bleibt erhalten |
Alu-Dibond oder Hartschaum: Was verzieht sich nicht in der Sonne?
Die Wahl des richtigen Plattenmaterials ist entscheidend für die Langlebigkeit eines Werbeschildes, insbesondere im Ausseneinsatz. Sonneneinstrahlung und Temperaturschwankungen stellen hohe Anforderungen an die Formstabilität. Hier zeigen sich die fundamentalen Unterschiede zwischen Materialien wie Alu-Verbundplatten (bekannt unter Markennamen wie Dibond) und PVC-Hartschaumplatten (z. B. Forex). Während der UV-Direktdruck selbst eine hohe Witterungsbeständigkeit aufweist, ist es das Trägermaterial, das über die langfristige Performance entscheidet. Laut Herstellerangaben ist der Druck im Aussenbereich bis zu 3 Jahre haltbar, doch diese Angabe ist stark vom Untergrund abhängig.
Alu-Dibond besteht aus einer Sandwich-Struktur: zwei dünne Aluminiumschichten umschliessen einen Polyethylen-Kern. Dieser Aufbau macht das Material extrem formstabil. Die unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten von Kern und Deckschichten neutralisieren sich gegenseitig. Das Ergebnis: Die Platte verzieht sich auch bei starker, direkter Sonneneinstrahlung und grossen Temperaturunterschieden kaum. Dies macht Alu-Dibond zur optimalen Wahl für langfristige Fassadenwerbung, Bauschilder oder hochwertige Firmenschilder.
PVC-Hartschaumplatten hingegen sind ein homogenes Material. Unter Wärmeeinwirkung dehnen sie sich gleichmässig aus. Bei grossflächigen, dunkel bedruckten Schildern, die sich in der Sonne stark aufheizen, kann dies zu sichtbaren Verformungen oder Wellenbildung führen. Daher eignen sich Hartschaumplatten vor allem für den kurz- bis mittelfristigen Ausseneinsatz, für mobile Aufsteller oder für den Innenbereich, wo keine extremen Temperaturschwankungen zu erwarten sind. Ihre Leichtigkeit und der günstigere Preis sind hier die entscheidenden Vorteile.
Die folgende Gegenüberstellung verdeutlicht die Kernunterschiede und hilft bei der strategischen Materialentscheidung basierend auf dem geplanten Einsatzort und der gewünschten Lebensdauer.
| Eigenschaft | Alu-Dibond | Hartschaum (Forex) |
|---|---|---|
| Materialaufbau | Aluminium-Verbund (Sandwich) | Homogenes PVC |
| Verhalten bei Wärme | Sehr formstabil durch neutralisierende Schichten | Dehnt sich aus, kann sich wellen |
| Gewicht | Schwerer, robuster | Sehr leicht, einfach zu handhaben |
| Eignung Aussenbereich | Optimal für dauerhaften Einsatz, auch bei direkter Sonne | Geeignet für kurzfristige Einsätze und geschützte Bereiche |
| Typische Anwendung | Fassadenschilder, Bautafeln, Galerie-Drucke | Messebau, Wahlplakate, Deckenhänger |
Der Fehler beim Druck auf Acrylglas, wenn Sie den Weissdruck vergessen
Acrylglas, oft als Plexiglas bezeichnet, ist ein hochgeschätztes Material für edle Werbedisplays, Büroschilder oder Küchenrückwände. Seine Brillanz und Tiefenwirkung sind unübertroffen. Doch genau diese Transparenz birgt eine entscheidende technische Falle: Ohne eine deckende Weissschicht wirken Farben im UV-Direktdruck flau, durchscheinend und verlieren jegliche Leuchtkraft. Das Motiv scheint in der Platte zu „verschwinden“, sobald es nicht perfekt ausgeleuchtet ist. Der grösste Fehler beim Acrylglasdruck ist daher, auf den strategischen Einsatz von Weissdruck zu verzichten.
Die gängigste und effektivste Methode ist der Hinterglasdruck. Dabei wird das Motiv spiegelverkehrt auf die Rückseite der Acrylglasplatte gedruckt. Anschliessend wird vollflächig oder partiell eine weisse Farbschicht darübergelegt. Von vorne betrachtet, blickt man durch das brillante Acrylglas auf das farbintensive Motiv, das durch die weisse Schicht perfekt zur Geltung kommt. Diese Technik schützt den Druck zudem mechanisch vor Kratzern und Umwelteinflüssen. Die Qualität und Langlebigkeit sind so hoch, dass zertifizierte Verfahren sogar in Feuchträumen eingesetzt werden können.

Der Verzicht auf Weissdruck kann nur in seltenen Fällen eine bewusste gestalterische Entscheidung sein, beispielsweise für einen dezenten „Wasserzeichen“-Effekt. In 99 % der Anwendungsfälle ist Weiss jedoch unerlässlich, um ein professionelles und hochwertiges Ergebnis zu erzielen. Es dient nicht nur als Verstärker der Farbbrillanz, sondern auch als Lichtblocker. Bei Leuchtkästen oder hinterleuchteten Displays sorgt eine gezielt aufgetragene weisse Schicht (partieller Weissdruck) für eine homogene Ausleuchtung und verhindert, dass die Konstruktion im Inneren durchscheint. Die Prozesssicherheit bei der Erstellung solcher hochwertigen Produkte hängt also direkt von der korrekten Anwendung der Weisstinte ab.
Wann sind UV-gehärtete Tinten für den Innenraum (VOC-Emissionen) geeignet?
Die Frage nach der Eignung von UV-Drucken für Innenräume, insbesondere für sensible Umgebungen wie Schulen, Kindergärten oder Gesundheitseinrichtungen, ist von zentraler Bedeutung. Die Sorge gilt den flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs), die aus Materialien ausgasen und die Raumluftqualität beeinträchtigen können. Moderne UV-LED-Drucksysteme bieten hier einen entscheidenden Vorteil gegenüber älteren Technologien. Durch die schlagartige Aushärtung der Tinte mittels UV-LED-Licht werden die chemischen Komponenten sofort gebunden. Dieser Prozess minimiert das Ausgasen von VOCs erheblich, wodurch das Verfahren grundsätzlich als gesundheitlich unbedenklich und nachhaltig gilt.
Für den Einsatz in besonders sensiblen Bereichen reicht diese generelle Einschätzung jedoch nicht aus. Hier kommen unabhängige Zertifizierungen ins Spiel, die Werbetechnikern und Ladenbauern die nötige Sicherheit geben. Die wichtigste Zertifizierung in diesem Kontext ist GREENGUARD Gold. Dieser strenge Standard wurde entwickelt, um Produkte zu identifizieren, die für den Einsatz in Innenräumen geeignet sind. Er geht weit über übliche Grenzwerte hinaus und prüft gesundheitsbezogene Kriterien für mehr als 360 flüchtige organische Verbindungen. Produkte, die diese Zertifizierung erhalten, weisen extrem niedrige Gesamt-VOC-Emissionen auf.
Führende Tintenhersteller wie Agfa haben ihre UV-LED-Tintensets nach diesem höchsten Standard zertifizieren lassen. Eine GREENGUARD-Gold-Zertifizierung bedeutet, dass die Drucke selbst für eine vollflächige Wandverkleidung in einem Klassenzimmer oder Patientenzimmer absolut sicher sind. Für den Produzenten ist es daher unerlässlich, bei der Auswahl von Drucker und Tinte auf das Vorhandensein dieses Zertifikats zu achten. Als zusätzliche Sicherheitsmassnahme wird oft empfohlen, die frisch gedruckten Platten vor der Montage in geschlossenen Räumen für etwa 24 Stunden in einem gut belüfteten Bereich „auslüften“ zu lassen, um eventuelle Restemissionen vollständig zu eliminieren. So wird maximale Prozesssicherheit auch aus gesundheitlicher Perspektive gewährleistet.
Warum modulare Systeme langfristig 40 % günstiger sind als Einwegbauten
Im Messe- und Eventbau dominieren oft Einweglösungen: individuell gefertigte Wände und Displays, die nach einer einzigen Veranstaltung entsorgt werden. Dieser Ansatz ist nicht nur wenig nachhaltig, sondern treibt auch die Systemkosten in die Höhe. Modulare Systeme, die oft mit direkt bedruckten Platten kombiniert werden, bieten eine strategisch klügere und wirtschaftlichere Alternative. Eine potenzielle Kostenersparnis von 40 % ergibt sich nicht aus einem günstigeren Anschaffungspreis, sondern aus der Betrachtung des gesamten Lebenszyklus: Wiederverwendbarkeit, geringere Logistikkosten und reduzierte Abfallgebühren.
Ein modulares System besteht aus standardisierten Rahmen, Verbindern und Füllungen. Die Füllungen – typischerweise leichte Plattenmaterialien wie Hartschaum oder Alu-Verbund – werden per UV-Direktdruck gestaltet. Der entscheidende Vorteil: Nach der Veranstaltung werden die bedruckten Platten einfach entnommen und eingelagert. Der Rahmen kann für den nächsten Anlass mit neuen, thematisch passenden Drucken bestückt werden. Die Investition in die Grundstruktur amortisiert sich über mehrere Einsätze hinweg. Statt bei jedem Event einen kompletten Neubau zu finanzieren, fallen nur noch die Kosten für den Druck neuer Grafiken an.
Diese Flexibilität ist ein Kern der Workflow-Effizienz. Ein Messestand kann schnell an unterschiedliche Standgrössen oder neue Marketingkampagnen angepasst werden, indem einfach einzelne Module oder Drucke ausgetauscht werden. Die hohe Produktionsgeschwindigkeit des UV-Direktdrucks unterstützt diese Agilität perfekt. Selbst kurzfristige Änderungen oder saisonale Anpassungen für den Point of Sale sind kostengünstig realisierbar. Die Kombination aus einem wiederverwendbaren, robusten Rahmensystem und schnell und günstig produzierten, austauschbaren Drucken senkt die Total Cost of Ownership (TCO) im Vergleich zu konventionellen Einwegbauten drastisch.
Das Problem der blassen Farben auf Mesh: Wie Sie Motive kontrastreich anlegen
Mesh-Gewebe ist aufgrund seiner Winddurchlässigkeit das Material der Wahl für grossflächige Gerüst- oder Fassadenverkleidungen. Die perforierte Struktur stellt Drucker jedoch vor eine Herausforderung: Farben wirken oft blasser und weniger brillant als auf einer geschlossenen Oberfläche. Ein Teil des Lichts scheint durch die Löcher hindurch, anstatt vom Material reflektiert zu werden, was den wahrgenommenen Kontrast reduziert. Dieses Problem lässt sich jedoch durch eine intelligente Datenaufbereitung und den Einsatz moderner Drucktechnologien effektiv kompensieren.
Der erste Schritt liegt im Design. Motive für den Druck auf Mesh sollten von vornherein mit einem höheren Kontrast und einer stärkeren Farbsättigung angelegt werden als für den Druck auf PVC-Plane oder Plattenmaterial. Feine Details und subtile Farbverläufe gehen in der groben Struktur und aus der Ferne betrachtet unter. Kräftige, klare Formen und ein hoher Hell-Dunkel-Kontrast sorgen dafür, dass das Motiv auch auf grosse Distanz seine Wirkung entfaltet. Es geht darum, den physikalischen Effekt der Perforation bereits in der Gestaltung proaktiv auszugleichen.
Der zweite, technologische Hebel liegt im Druckprozess selbst. Moderne UV-Drucker arbeiten nicht mehr nur mit den vier Grundfarben (CMYK), sondern nutzen zusätzliche Light-Farben wie Light Cyan und Light Magenta. Wie FLYERALARM in einem Fachbeitrag erläutert, werden diese Zusatzfarben automatisch in den Druckprozess integriert, um eine grössere Farbtiefe und feinere Abstufungen zu ermöglichen. Dies ist besonders bei Hauttönen oder sanften Verläufen entscheidend. In Kombination mit der Fähigkeit moderner Druckköpfe, eine fotorealistische Bildqualität mit optischen Auflösungen von bis zu 1.440 dpi zu erreichen, kann der Detail- und Brillanzverlust des Mesh-Gewebes signifikant minimiert werden. Die Kombination aus kontrastreichem Design und einem erweiterten Farbraum ist der Schlüssel zu leuchtenden Farben auf winddurchlässigem Material.
Das Wichtigste in Kürze
- Effizienzsprung: Der UV-Direktdruck eliminiert den Prozessschritt der Kaschierung und reduziert so Produktionszeit und Fehlerquellen um bis zu 40 %.
- Materialintelligenz: Die direkte Bedruckung von Materialien wie Holz, Glas oder Alu-Dibond ermöglicht einzigartige haptische und visuelle Veredelungen, die den Wert des Endprodukts steigern.
- Prozesssicherheit: Zertifizierte Tinten (z. B. GREENGUARD Gold) und die richtige Materialwahl für den Aussenbereich (z. B. Alu-Dibond) gewährleisten langlebige und gesundheitlich unbedenkliche Ergebnisse.
Welche Werbewände garantieren maximale Aufmerksamkeit am Point of Sale oder auf Events?
Am Ende zählt nur eines: Erzielt die Werbemassnahme die gewünschte Aufmerksamkeit und löst sie eine Handlung aus? Im dichten visuellen Umfeld von Messen oder im Einzelhandel ist die Wahl der richtigen Werbewand entscheidend, um aus der Masse hervorzustechen. Die maximale Aufmerksamkeit wird nicht durch eine einzelne Eigenschaft erzielt, sondern durch das intelligente Zusammenspiel von Format, Materialität und Botschaft. Der UV-Direktdruck spielt hier seine Stärken aus, indem er innovative und hochwertige Präsentationsformen ermöglicht.
Für maximale Wirkung am Point of Sale eignen sich besonders dreidimensionale und hinterleuchtete Systeme. Aufsteller, Deckenhänger oder konturgefräste Figuren, die direkt auf stabilem, leichtem Material wie Hartschaumplatten gedruckt werden, durchbrechen die Zweidimensionalität der üblichen Plakatwerbung. Noch effektiver sind LED-Leuchtwände. Hier wird der Druck auf ein textiles Spannmaterial oder eine Acrylglasscheibe aufgebracht und von hinten beleuchtet. Der UV-Direktdruck sorgt mit seinem präzisen Auftrag und dem Einsatz von Weissdruck für eine brillante, homogene Ausleuchtung ohne Hotspots.
Im Messebau und bei Events geht der Trend zu grossen, immersiven Welten. Modulare Messestandwände, die mit hochauflösenden Motiven auf Textil oder Platten bedruckt sind, schaffen eine einladende Atmosphäre. Der entscheidende Vorteil des UV-Direktdrucks ist hier die sofortige Einsatzbereitschaft. Die abriebfesten und lichtbeständigen Tinten ermöglichen den schnellen Auf- und Abbau ohne Beschädigungsrisiko. Die folgende Tabelle fasst die Anwendungsbereiche zusammen und zeigt, welche Besonderheiten des UV-Direktdrucks in welchem Kontext zum Tragen kommen.

| Bereich | Typische Anwendungen | Besonderheiten der Technologie |
|---|---|---|
| Messebau | Messestandwände, Displays, Thekenverkleidungen | Sofort trockene, abriebfeste Tinten für schnellen Auf- und Abbau |
| Point of Sale (POS) | Konturgefräste Aufsteller, Deckenhänger, Leuchtdisplays | Druck auf verschiedensten Materialien für 3D-Effekte |
| Innenarchitektur | Bedruckte Küchenrückwände, Türen, Wandpaneele | Partielle Lack- und Reliefeffekte für hohe haptische Wertigkeit |
Nachdem Sie die technologischen Vorteile und materiellen Möglichkeiten des UV-Direktdrucks verstanden haben, besteht der nächste logische Schritt darin, eine Kosten-Nutzen-Analyse für Ihren eigenen Betrieb durchzuführen. Bewerten Sie, bei welchen wiederkehrenden Aufträgen der Wegfall der Kaschierung den grössten Effizienzgewinn bringen würde.
Häufige Fragen zum UV-Direktdruck
Was bedeutet GREENGUARD Gold für UV-Tinten?
Die ‚GREENGUARD‘-Zertifizierung wird für Produkte erteilt, die einige der strengsten chemischen Emissionsstandards der Welt erfüllen und dazu beitragen, die Luftverschmutzung in Innenräumen und das Risiko einer chemischen Belastung zu reduzieren. Der GREENGUARD Gold-Standard enthält gesundheitsbezogene Kriterien für mehr als 360 VOCs und verlangt auch niedrigere Gesamt-VOC-Emissionen, was die Produkte sicher für sensible Umgebungen wie Schulen oder Krankenhäuser macht.
Sind UV-LED-Systeme umweltfreundlicher als Quecksilberdampflampen?
Ja, aus mehreren Gründen. UV-LED-Lampen verbrauchen deutlich weniger Energie und haben eine viel längere Lebensdauer. Im Gegensatz zu Quecksilberdampflampen enthalten sie kein giftiges Quecksilber. Die schnelle Aushärtung der Tinte verhindert zudem das Ausgasen flüchtiger Substanzen, wodurch kaum Schadstoffe in die Luft gelangen. Zwar entsteht während des Drucks eine geringe Menge Ozon, das aber in modernen Systemen abgesaugt wird. Insgesamt gilt das Verfahren als nachhaltiger und gesundheitlich unbedenklicher.
Wie lange sollten UV-Drucke vor der Installation auslüften?
Obwohl moderne UV-LED-Tinten sehr emissionsarm sind, wird als zusätzliche Vorsichtsmassnahme empfohlen, die Drucke für etwa 24 Stunden in einem gut belüfteten Raum „atmen“ zu lassen, bevor sie in kleinen, schlecht belüfteten oder sensiblen Innenräumen montiert werden. Dies stellt sicher, dass eventuelle minimale Restemissionen aus dem Druckprozess vollständig verfliegen.