Veröffentlicht am April 11, 2024

Nicht konforme Druck- und Werbemittel sind keine Designfehler, sondern eine direkte Verletzung Ihrer unternehmerischen Fürsorgepflicht und eine Quelle konkreter Gesundheits- und Geschäftsrisiken.

  • Falsche Oberflächen und unleserliche Schriften verursachen kognitiven Stress und schliessen relevante Kundengruppen systematisch aus.
  • Das Gewicht, die Haptik und die Konstruktion von Materialien stellen vermeidbare physische Belastungen und Sicherheitsrisiken dar.

Empfehlung: Führen Sie eine aktive, ergonomiebasierte Prüfung aller Printprodukte durch – von der Schreibtischunterlage bis zum POS-Display –, um rechtliche Konformität und betriebliche Sicherheit zu gewährleisten.

Als Einkäufer oder Facility Manager denken Sie bei Ergonomie wahrscheinlich zuerst an Bürostühle, höhenverstellbare Schreibtische oder die richtige Bildschirmposition. Diese Elemente sind zweifellos entscheidend für die Gesundheit am Arbeitsplatz. Doch ein entscheidender Bereich wird systematisch übersehen: die Ergonomie von Drucksachen und Werbemitteln. Von der Schreibtischunterlage über den Messekatalog bis hin zum Regaldisplay – jedes dieser Elemente interagiert physisch und kognitiv mit Mitarbeitern und Kunden.

Die gängige Annahme ist, dass es bei Printprodukten vor allem um Ästhetik und Markenbotschaft geht. Doch diese Sichtweise ist gefährlich kurzsichtig. Ein glänzendes Papier kann zu Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen führen, ein zu schwerer Katalog wird zur physischen Last und landet ungelesen im Müll, und eine zu kleine Schrift schliesst wertvolle Kundengruppen wie Senioren aus. Diese Mängel sind keine Kleinigkeiten; sie sind potenzielle Gesundheitsrisiken und verletzen im Kern Ihre gesetzliche Fürsorgepflicht als Arbeitgeber und Verantwortlicher.

Die wahre Herausforderung liegt also nicht darin, bloss „schöne“ Materialien zu beschaffen, sondern darin, die versteckten Risiken in jedem Printprodukt zu identifizieren und proaktiv zu managen. Es geht um präventiven Arbeitsschutz, der weit über das Offensichtliche hinausgeht. Dieser Artikel dient als Ihr Leitfaden, um diese oft ignorierten ergonomischen Standards zu verstehen. Wir werden beleuchten, wie scheinbar unbedeutende Entscheidungen bei Papier, Schrift und Konstruktion direkte Auswirkungen auf Gesundheit, Sicherheit und letztlich den Geschäftserfolg haben.

Der folgende Überblick führt Sie durch die kritischsten Aspekte der Print-Ergonomie. Sie erfahren, welche Normen relevant sind und wie Sie konkrete Probleme erkennen und vermeiden, um Ihre Verantwortung vollumfänglich wahrzunehmen.

Warum hochglänzendes Papier bei Schreibtischunterlagen zu Kopfschmerzen führt

Die Auswahl von Papier für Büromaterialien wie Schreibtischunterlagen, Notizblöcke oder Kalender wird oft rein ästhetisch getroffen. Hochglanzpapier wirkt edel und hochwertig. Aus ergonomischer Sicht ist es jedoch eine Katastrophe, insbesondere unter der typischen Bürobeleuchtung. Die glänzende Oberfläche reflektiert Deckenleuchten und Tageslicht direkt in die Augen des Nutzers. Diese ständigen Mikro-Blendungen zwingen die Augen zu einer ununterbrochenen Anpassungsleistung.

Diese Form der kognitiven Ergonomie wird oft unterschätzt. Die andauernde visuelle Belastung führt nachweislich zu schnellerer Ermüdung, Konzentrationsschwierigkeiten und kann ein direkter Auslöser für Spannungskopfschmerzen sein. Für Mitarbeiter, die stundenlang am Schreibtisch arbeiten, wird die Schreibtischunterlage so von einem nützlichen Werkzeug zu einer permanenten Störquelle. Ihre Fürsorgepflicht gebietet es, solche vermeidbaren Belastungen zu eliminieren.

Die Lösung liegt in der Wahl von matten oder seidenmatten Oberflächen. Diese Papiere streuen das einfallende Licht, anstatt es zu spiegeln, und schaffen so eine ruhige, blendfreie Arbeitsfläche. Bei der Beschaffung sollten Sie daher gezielt auf reflexionsarme Materialien achten. Achten Sie auf folgende Punkte für eine ergonomische Materialauswahl:

  • Bevorzugen Sie matte oder seidenmatte Oberflächen für alle Materialien, die permanent im Sichtfeld liegen.
  • Verwenden Sie für den Alltagsgebrauch Standard-Kopierpapiere mit einer Grammatur von 80 g/m², die in der Regel eine geringe Reflexion aufweisen.
  • Achten Sie auf Umweltsiegel wie den „Blauen Engel“, da diese oft auch Kriterien für eine gute Lesbarkeit und geringe Blendung beinhalten.
  • Berücksichtigen Sie die Opazität (Lichtundurchlässigkeit) des Papiers, um ein Durchscheinen von Text auf der Rückseite zu verhindern, was ebenfalls die Augen anstrengt.

Indem Sie auf reflexionsarme Materialien setzen, investieren Sie direkt in die Konzentrationsfähigkeit und das Wohlbefinden Ihrer Mitarbeiter.

Wie Sie das Gewicht von Messekatalogen reduzieren, damit Besucher sie nicht wegwerfen

Ein hochwertiger Messekatalog ist ein wichtiges Marketinginstrument. Doch was nützt der beste Inhalt, wenn der Katalog so schwer ist, dass Besucher ihn nach wenigen Metern in den nächsten Papierkorb werfen? Die physische Belastung durch das Gewicht von Werbemitteln ist ein oft ignorierter, aber entscheidender ergonomischer Faktor. Ein Besucher, der bereits Prospekte und eine Tasche trägt, wird einen schweren, unhandlichen Katalog als Last empfinden und sich schnell davon trennen.

Die Lösung liegt in der intelligenten Auswahl der Papiergrammatur. Für Kataloge wird oft schweres Bilderdruckpapier mit 170 g/m² oder mehr verwendet, um Wertigkeit zu signalisieren. Dies treibt das Gesamtgewicht jedoch schnell in die Höhe. Leichtere Papiere, beispielsweise mit einer Grammatur zwischen 100 und 135 g/m², bieten oft einen exzellenten Kompromiss aus Haptik, Druckqualität und Tragekomfort. Der Unterschied ist signifikant, wie die folgende Übersicht zeigt.

Die Tabelle verdeutlicht, wie eine scheinbar kleine Anpassung der Grammatur das Gesamtgewicht eines 50-seitigen Katalogs drastisch reduzieren kann. Ein Katalog mit 90 g/m² Offsetpapier ist fast halb so schwer wie einer mit 170 g/m² Bilderdruckpapier. Diese Gewichtsreduktion wird von Messebesuchern unmittelbar als positiv wahrgenommen.

Gewichtsvergleich verschiedener Papiergrammaturen für 50-seitige Kataloge
Papiertyp Grammatur Gewicht pro A4-Blatt Gesamtgewicht (50 Seiten)
Offset 90 g/m² ca. 5,6 g 280 g
Bilderdruck 135 g/m² ca. 8,4 g 420 g
Bilderdruck 170 g/m² ca. 10,6 g 530 g

Eine weitere strategische Überlegung ist die Kombination von Print und Digital. Anstatt alle Informationen in den Katalog zu drucken, kann ein leichteres, kompaktes Format die Kernbotschaften vermitteln und über einen prominent platzierten QR-Code zu weiterführenden digitalen Inhalten (technische Daten, Videos, Fallstudien) leiten. Dies maximiert nicht nur den Komfort für den Besucher, sondern liefert Ihnen zudem wertvolle Nutzungsdaten.

Ein Messebesucher in Deutschland, der zufrieden einen leichten und dünnen Katalog mit einem QR-Code hält.

Wie Sie auf der Abbildung sehen, wirkt ein schlanker Katalog einladend und praktisch. Der Besucher nimmt ihn gerne mit, was die Wahrscheinlichkeit einer späteren Auseinandersetzung mit Ihren Inhalten massiv erhöht. Die Investition in eine durchdachte Gewichtsoptimierung ist somit eine direkte Investition in Ihren Marketingerfolg.

Ein leichterer Katalog schont nicht nur den Rücken des Besuchers, sondern auch Ihr Budget und die Umwelt.

8 Punkt oder 12 Punkt: Welche Schriftgrösse ist für Beipackzettel noch zulässig?

Bei Fachtexten, Anleitungen oder den rechtlich vorgeschriebenen Informationen auf Beipackzetteln geht es nicht um ästhetische Vorlieben, sondern um die Erfüllung einer Informationspflicht. Eine zu kleine Schrift kann nicht nur frustrierend sein, sondern stellt ein echtes Ausschlussrisiko dar. Insbesondere Menschen mit Sehschwächen, darunter ein Grossteil der Senioren, können Informationen in 8-Punkt-Schrift oder kleiner schlichtweg nicht mehr entziffern. Damit wird die Informationspflicht de facto nicht erfüllt.

Die entscheidende Norm in Deutschland ist die DIN 1450 „Leserlichkeit“. Sie gibt klare Empfehlungen, die sich nicht nur an der Schriftgrösse in Punkt, sondern vor allem an der physischen Grösse der Buchstaben in Millimetern und dem typischen Leseabstand orientieren. Wie Experten der Norm betonen, ist der Kontext entscheidend. Die Anforderungen an einen Roman sind andere als an einen Warnhinweis.

Ein Beipackzettel stellt andere Anforderungen an die Leserlichkeit als ein Romantext. Die schiere Masse üblicher Schriftanwendungen macht es unmöglich, für jeden denkbaren Einsatz spezifische Empfehlungen auszusprechen. Diesem Umstand wurde in der DIN 1450 insofern entsprochen, dass nicht die konkreten Anwendungen als Bezugssystem benutzt werden, sondern vielmehr die typischen Textarten.

– DIN 1450 Arbeitsgruppe, Fachartikel zur DIN 1450 – Leserlichkeit

Für Texte, die aus kurzer Distanz gelesen werden (ca. 30 cm), wie eben Beipackzettel oder Produktbeschreibungen, gilt als Faustregel eine Mindestgrösse, die oft einer Schriftgrösse von 10 bis 12 Punkt in gängigen Schriftarten entspricht. Wichtiger als die Punktgrösse ist jedoch die sogenannte x-Höhe (die Höhe von Kleinbuchstaben wie ‚x‘ oder ‚a‘), die für eine gute Lesbarkeit ausreichend gross sein muss. Die Vorgaben der DIN 1450 für Mindestschriftgrössen machen deutlich, dass der Betrachtungsabstand des Lesers immer berücksichtigt werden muss.

Als verantwortlicher Einkäufer oder Manager müssen Sie sicherstellen, dass Ihre Dienstleister und Designer diese Normen kennen und anwenden. Fordern Sie eine Konformitätserklärung zur DIN 1450 an und prüfen Sie Musterdrucke unter realen Bedingungen. Eine Schrift, die am Bildschirm gut lesbar erscheint, kann im Druck auf dünnem Papier und bei schlechter Beleuchtung unleserlich werden.

Eine leserliche Schrift ist ein Zeichen von Professionalität und Respekt gegenüber jedem einzelnen Kunden.

Das Sicherheitsrisiko bei falsch montierten Deckenschildern im Verkaufsraum

Deckenschilder und abgehängte Werbeträger sind im Einzelhandel und auf Messen unverzichtbar, um Kunden zu leiten und auf Angebote aufmerksam zu machen. Doch ihre Montage birgt ein erhebliches und oft unterschätztes Sicherheitsrisiko. Als Facility Manager liegt die Verantwortung für die sichere Installation und regelmässige Wartung dieser Elemente direkt bei Ihnen. Ein herabfallendes Schild kann schwere Verletzungen verursachen und führt unweigerlich zu Haftungsansprüchen und einem massiven Imageschaden.

Das Risiko entsteht oft durch eine Kombination aus unsachgemässer Befestigung, ungeeigneten Materialien und einer fehlenden statischen Prüfung. Die Verwendung einfacher Haken in einer Gipskartondecke ohne passende Dübel, zu schwache Drahtseile oder die Missachtung des Eigengewichts des Schildes sind klassische Fehlerquellen. Besonders in stark frequentierten Bereichen wie Gängen, Kassenbereichen oder über Rolltreppen ist höchste Sorgfalt geboten. Ihre präventive Sorgfaltspflicht erfordert eine professionelle Herangehensweise.

Detailaufnahme einer professionellen und sicheren Montage eines Deckenschilds mit robusten Metallhalterungen und Dübeln.

Die Abbildung zeigt, worauf es ankommt: eine robuste, für die Deckenkonstruktion und das Gewicht des Schildes ausgelegte Befestigung. Die Last muss sicher in tragende Teile der Deckenstruktur eingeleitet werden. Dies erfordert eine genaue Kenntnis der Bausubstanz und die Auswahl des richtigen Montagesystems. Eine Montage nach dem Prinzip „das wird schon halten“ ist fahrlässig.

Beauftragen Sie ausschliesslich qualifizierte Fachbetriebe oder geschultes Personal mit der Montage. Fordern Sie eine Dokumentation der verwendeten Materialien und eine schriftliche Bestätigung der fachgerechten Ausführung. Führen Sie zudem regelmässige Sichtprüfungen durch, um eventuelle Materialermüdung oder Lockerungen frühzeitig zu erkennen. Jede Änderung, wie das Anbringen zusätzlicher Dekoration an einem bestehenden Schild, erfordert eine neue Sicherheitsbewertung.

Eine sichere Umgebung ist die Grundlage für jedes positive Einkaufserlebnis und eine funktionierende Betriebsstätte.

Wann die Griffhöhe am Warenträger über den Kauf entscheidet (Ergonomie am Regal)

Die Platzierung von Produkten im Regal, dem sogenannten Warenträger, ist eine Wissenschaft für sich. Sie beeinflusst nicht nur die Wahrnehmung und die Kaufwahrscheinlichkeit, sondern hat auch eine direkte ergonomische Komponente – sowohl für Kunden als auch für das Personal, das die Regale befüllt. Die klassische deutsche Regalzonen-Ergonomie definiert vier vertikale Bereiche, die jeweils eine unterschiedliche physische Anstrengung erfordern.

Diese Zonen sind entscheidend für die Gestaltung eines barrierearmen und komfortablen Einkaufserlebnisses. Ihre Kenntnis ist für jeden Facility Manager und Einkäufer essenziell, um die Platzierung von Produkten strategisch zu planen und die physische Belastung für alle Beteiligten zu minimieren.

  • Bückzone (unter 80 cm): Produkte in diesem Bereich erfordern eine starke Beugung des Rumpfes oder ein Hinknien. Diese Zone wird als anstrengend empfunden und eignet sich für schwere, grosse Produkte oder Artikel, die gezielt gesucht werden. Für Mitarbeiter ist das ständige Bücken eine erhebliche Belastung.
  • Greifzone (80 cm bis 120 cm): Dies ist die komfortabelste Zone. Produkte können ohne Anstrengung mit ausgestrecktem Arm gegriffen werden. Hier sollten Schnelldreher und Produkte platziert werden, die einen bequemen Zugriff erfordern.
  • Sichtzone (120 cm bis 160 cm): Diese Zone befindet sich direkt im Hauptblickfeld der Kunden. Sie bietet die höchste Aufmerksamkeit und ist ideal für neue Produkte, margenstarke Artikel und Impulskäufe. Der Griff ist ebenfalls noch relativ bequem.
  • Reckzone (über 160 cm): Das Greifen von Produkten in dieser Höhe erfordert ein Strecken und ist für kleinere Personen oder Menschen mit Bewegungseinschränkungen schwierig bis unmöglich. Sie eignet sich für leichte Produkte oder zur Markenpräsentation.

Die strategische Nutzung dieser Zonen ist ein zentraler Aspekt der Fürsorgepflicht. Für Mitarbeiter, die täglich Regale bestücken, minimiert eine durchdachte Platzierung schwerer Artikel in der Greif- statt in der Bückzone das Risiko von Rückenbeschwerden. Für Kunden, insbesondere Senioren oder Menschen im Rollstuhl, entscheidet die Erreichbarkeit eines Produkts direkt über den Kauf.

Eine ergonomisch optimierte Regalgestaltung steigert nicht nur den Umsatz, sondern ist auch ein aktiver Beitrag zur Barrierefreiheit und zum Arbeitsschutz.

Der Kontrast-Fehler bei kleiner Schrift, der Senioren als Kunden ausschliesst

Eine ausreichende Schriftgrösse allein ist kein Garant für gute Leserlichkeit. Ein weiterer, oft vernachlässigter Faktor ist der Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund. Insbesondere bei kleiner Schrift, wie sie auf Produktetiketten oder in Broschüren verwendet wird, kann ein geringer Kontrast die Lesbarkeit drastisch verschlechtern. Dies führt zu einem direkten Ausschlussrisiko für Menschen mit nachlassender Sehkraft, allen voran Senioren – eine kaufkräftige und wachsende Zielgruppe.

Das Problem tritt häufig auf, wenn Design über Funktion gestellt wird: graue Schrift auf weissem Grund, hellblaue Schrift auf mittelblauem Grund oder – ein Klassiker – weisse Schrift auf einem unruhigen Foto-Hintergrund. Für junge Augen mag dies noch entzifferbar sein, für ältere Menschen wird es zu einer unüberwindbaren Hürde. Die Schriftzeichen verschwimmen und der Text wird unleserlich. Die minimale Mittellänge bzw. x-Höhe in mm, die für eine gute Lesbarkeit je nach Betrachtungsabstand entscheidend ist, verliert ihre Wirkung, wenn der Kontrast nicht stimmt.

Für eine barrierefreie Gestaltung ist nicht nur die Helligkeit, sondern auch die Form der Buchstaben entscheidend. Schriften mit sehr feinen Strichen (sogenannten Haarlinien) oder sehr geschlossenen Buchstabenformen (wie bei einem engen ‚c‘ oder ‚e‘) können bei ungünstigen Lichtverhältnissen oder für sehbeeinträchtigte Personen schwer zu erkennen sein. Experten empfehlen daher für Informationen im öffentlichen Raum und für Leitsysteme sogenannte Humanistische Serifenlose. Diese Schriften zeichnen sich durch offene Buchstabenformen und eine gute Unterscheidbarkeit ähnlicher Zeichen (z.B. ‚I‘ und ‚l‘) aus, was die Leserlichkeit signifikant verbessert.

Als Verantwortlicher müssen Sie sicherstellen, dass Ihre Design-Vorgaben klare Richtlinien für Mindestkontraste enthalten. Die WCAG (Web Content Accessibility Guidelines) bieten hierfür nützliche, auch für Print anwendbare Referenzwerte. Schwarz auf Weiss bietet den maximalen Kontrast, aber auch andere Farbkombinationen können funktionieren, solange ein ausreichender Helligkeitsunterschied gewährleistet ist. Vermeiden Sie unbedingt Ton-in-Ton-Gestaltungen für wichtige Informationen.

Gute Leserlichkeit ist kein Luxus, sondern ein fundamentales Recht Ihrer Kunden und eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ergonomie bei Druckprodukten ist Teil der gesetzlichen Fürsorgepflicht und kein optionales Extra.
  • Details wie Papierglanz, Grammatur und Schriftgrösse haben direkte Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit von Mitarbeitern und Kunden.
  • Die Missachtung ergonomischer Standards führt zu konkreten Geschäftsrisiken, wie dem Ausschluss von Kundengruppen oder Haftungsfällen.

Der Konstruktionsfehler, der dazu führt, dass Ihr Display unter der Last zusammenbricht

POS-Displays aus Pappe oder Karton sind ein kosteneffizientes und flexibles Werbemittel. Ihre scheinbare Einfachheit birgt jedoch ein erhebliches Sicherheitsrisiko: den Kollaps unter Last. Ein zusammenbrechendes Display gefährdet nicht nur Kunden und Mitarbeiter, sondern zerstört auch die präsentierte Ware und schädigt das Image Ihrer Marke nachhaltig. Als Einkäufer oder Facility Manager sind Sie dafür verantwortlich, dass die von Ihnen eingesetzten Displays statisch sicher und für die vorgesehene Belastung ausgelegt sind.

Die Ursache für solche Ausfälle liegt fast immer in einem Konstruktionsfehler oder der Verwendung ungeeigneter Materialien. Oft werden die maximale Traglast ignoriert, die Steifigkeit des Kartons unterschätzt oder auf essenzielle innere Stützstrukturen (sogenannte Spanten) verzichtet, um Kosten zu sparen. Auch die Qualität der Verklebungen spielt eine entscheidende Rolle für die Gesamtstabilität. Ein Display, das im leeren Zustand stabil wirkt, kann unter dem Gewicht der Produkte langsam nachgeben und schliesslich versagen.

Um dieses Risiko zu minimieren, ist eine proaktive Qualitätssicherung unerlässlich. Sie müssen über den reinen Einkauf hinausgehen und sich als technischer Prüfer positionieren. Die Zusammenarbeit mit dem Display-Hersteller ist dabei entscheidend, um sicherzustellen, dass die Konstruktion den realen Anforderungen am Point of Sale standhält. Die folgende Checkliste hilft Ihnen dabei, die Stabilität Ihrer Display-Konstruktionen systematisch zu überprüfen und Ihre Sorgfaltspflicht zu erfüllen.

Ihr Plan zur Qualitätssicherung für stabile Display-Konstruktionen

  1. Datenblatt anfordern: Verlangen Sie vom Lieferanten ein technisches Datenblatt, das die maximale Traglast des Displays eindeutig ausweist.
  2. Material prüfen: Überprüfen Sie die Spezifikationen des verwendeten Kartons, insbesondere die Dicke und das spezifische Volumen, da diese die Stabilität direkt beeinflussen.
  3. Stützstrukturen bewerten: Stellen Sie sicher, dass die Konstruktion innere Stützstrukturen wie Spanten oder Verstrebungen vorsieht, um die Last gleichmässig zu verteilen.
  4. Verklebungen kontrollieren: Fragen Sie nach der Art der verwendeten Klebstoffe. Hochwertige, industrielle Klebstoffe sind für tragende Verbindungen unerlässlich.
  5. Belastungstest durchführen: Führen Sie vor dem flächendeckenden Einsatz eine Belastungsprobe mit einem Prototyp durch. Beladen Sie das Display mit dem 1,5-fachen des geplanten Warengewichts und beobachten Sie es über 24 Stunden.

Eine Investition in eine stabile Konstruktion ist immer günstiger als die Kosten, die durch einen Unfall entstehen.

Wie beeinflussen Sie Kaufentscheidungen am Point of Sale durch psychologische Platzierung?

Nachdem wir die fundamentalen Sicherheits- und Ergonomieaspekte von Materialien und Konstruktionen betrachtet haben, schliesst sich der Kreis am Point of Sale. Hier verbindet sich die physische Ergonomie direkt mit der Verkaufspsychologie. Die Art und Weise, wie Sie Produkte präsentieren und den Kunden durch den Raum leiten, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis angewandter ergonomischer Prinzipien, die das Kaufverhalten gezielt beeinflussen.

Ein Schlüsselfaktor ist die bereits besprochene Gliederung der Regalzonen. Die Platzierung von Produkten in der Sicht- und Greifzone maximiert nicht nur den Komfort, sondern auch die Verkaufszahlen. Genauso wichtig ist jedoch die Bewegungsrichtung der Kunden. Studien zum Kundenverhalten im deutschen Einzelhandel zeigen, dass sich die meisten Menschen gegen den Uhrzeigersinn durch ein Geschäft bewegen. Dies bedeutet, dass die Wände und Regale auf der rechten Seite des Ganges eine höhere Aufmerksamkeit erhalten. Produkte, die hier platziert sind, haben eine grössere Chance, wahrgenommen und gekauft zu werden.

Ihre Aufgabe als strategischer Planer ist es, dieses Wissen zu nutzen. Platzieren Sie Aktions-Displays und Neuheiten an den strategisch wichtigen Punkten entlang dieses Kundenpfades. Stellen Sie sicher, dass diese Displays nicht nur stabil, sondern auch ergonomisch zugänglich sind. Ein Kunde, der sich bücken muss, um einen Impulsartikel zu greifen, wird den Kauf eher unterlassen. Die psychologische Platzierung ist somit die logische Konsequenz aus der Erfüllung aller vorherigen ergonomischen Anforderungen: Sicherheit, Lesbarkeit, Komfort und Zugänglichkeit.

Die Ergonomie am Point of Sale ist die Synthese aus Arbeitsschutz, Barrierefreiheit und Umsatzsteigerung. Sie stellen sicher, dass Ihre Mitarbeiter sicher arbeiten können, dass alle Kunden – unabhängig von Alter oder körperlicher Verfassung – einen angenehmen Einkauf haben und dass Ihre Produkte die bestmögliche Aufmerksamkeit erhalten. Es geht darum, eine Umgebung zu schaffen, die intuitiv, sicher und einladend ist.

Beginnen Sie noch heute mit der systematischen Prüfung Ihrer Druck- und Werbemittel, um Ihre rechtliche Position zu sichern und ein gesünderes, erfolgreicheres Umfeld für Mitarbeiter und Kunden zu schaffen.

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